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Studie: Klimawandel bedroht Gesundheit kommender Generationen

Der Klimawandel bedroht die Gesundheit der kommenden Generationen: Zu dieser Einschätzung kommt der Jahresbericht des internationalen Klimaforschungsprojekts „The Lancet Countdown". Schon jetzt sind die Konsequenzen der Feinstaubbelastung spürbar – auch in Österreich.

red/Agenturen

Bereits heute seien Kinder den Auswirkungen von Luftverschmutzung und extremen Wetterereignissen ausgesetzt. Sollten die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen nicht umgehend eingedämmt werden, erhöhe dies die Gesundheitsgefahren für die kommenden Generationen erheblich, schrieben die Forscher.

Falls nichts gegen den Klimawandel unternommen werde, werde ein Kind, das heute geboren wird, im Verlauf seines Lebens eine Erderwärmung um vier Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ertragen müssen, sagte der Hauptautor der Studie, Nick Watts. Kinder seien den klimabedingten Gesundheitsrisiken im besonderen Maße ausgesetzt. Ihr Körper reagiere empfindlicher auf Krankheiten und Schadstoffe, mit den gesundheitlichen Schäden müssten sie dann ein Leben lang kämpfen.

Forscher warnen vor dramatischen Folgen für Kinder

In der Studie warnen die Experten unter anderem vor Mangelernährung aufgrund massiver Ernteausfälle. Zudem erhöhe sich durch den Klimawandel das Risiko von Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria. Darüber hinaus werde die Gesundheit von Kindern durch die zunehmende Luftverschmutzung in den Städten bedroht, da sich ihre Lunge noch entwickele.

Es sei entscheidend, die Erderwärmung wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken, schrieben die Autoren der Studie. Sie riefen dazu auf, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit bei der UN-Klimakonferenz COP25, die Anfang Dezember in Madrid beginnt, ganz oben auf die Agenda zu setzen.

Auch in Österreich: Todesfälle durch Feinstaubbelastung

Der Bericht des Konsortiums „The Lancet Countdown“ weist auch die bereits spürbaren Konsequenzen des Klimawandels für Österreich aus: Rund 3.800 frühzeitige Todesfälle im Jahr 2016 wurden durch die gestiegene Feinstaubbelastung (PM 2,5) der Luft verzeichnet. Fast 600 davon sind demnach auf das Verbrennen von Kohle zurückzuführen, heißt es in den der APA übermittelten Österreich-Daten.

Die wirtschaftlichen Verluste und Gesundheitskosten durch Feinstaub beliefen sich dem Bericht zufolge in Österreich in den Jahren 2015 und 2016 auf jeweils knapp unter zwei Milliarden Euro. Bleibe die Luftverschmutzung auf dem Level von 2016 sei in ganz Europa mit jährlichen Kosten in der Höhe von 129 Mrd. zu rechnen.
 

Hitze
Der Klimawandel wird etliche Faktoren beeinflussen: Ernten, wirtschaftliche Entwicklung, Flüchtlingsströme. Groß sind auch die Auswirkungen auf die Gesundheit - vor allem bei Kindern, warnen rund 100 Forscher in einem umfassenden Bericht.
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