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Coronakrise

23 Länder stellen sich hinter die WHO

23 Länder der von Deutschland initiierten „Allianz für Multilateralismus“ haben die WHO im Streit um deren Rolle in der Coronakrise demonstrativ unterstützt. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Außenminister am Donnerstag nach einer Videokonferenz die Bedeutung der globalen Kooperation und internationalen Organisationen im Kampf gegen die Pandemie. Österreich schien nicht in der Liste auf.

red/Agenturen

„Wir müssen in unserer Menschlichkeit vereint bleiben“, heißt es in der Erklärung zum Support der Weltgesundheitsorganisation. „Die Covid-19-Pandemie ist ein Weckruf für Multilateralismus.“ Man unterstütze den Aufruf der Vereinten Nationen zu globaler Solidarität in der Krise „und besonders die Rolle der WHO bei der Koordination der Antwort auf die Epidemie im Gesundheitsbereich“.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO angeordnet. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Epidemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der „schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus“ gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis. Trumps Schritt stieß international auf Kritik - zumal dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben.

Die „Allianz für Multilateralismus“ war 2018 von Außenminister Heiko Maas initiiert worden, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Sie hat keine festen Mitglieder wie die G-7 oder G-20 und tagt in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Das Dokument zur Coronakrise unterzeichneten neben Maas die Außenminister von Argentinien, Belgien, Kanada, Chile, Costa Rica, der Dominikanische Republik, Estland, Äthiopien, Finnland, Frankreich, Irland, Indonesien, Italien, Jordanien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Peru, Singapur, Südafrika, Schweden und Spanien.

Merkel und Macron auf Seiten der WHO

Auch Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich klar hinter die Weltgesundheitsorganisation. Bei einer von Trump einberufenen Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrieländern (G7) habe Merkel betont, dass die Pandemie nur mit einer starken und koordinierten internationalen Antwort besiegt werden könne, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag mit. Hierfür habe sie der WHO sowie weiteren Partnern, wie der Impfstoff-Allianz CEPI („Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“) und der Globalen Impfallianz GAVI, ihre volle Unterstützung ausgesprochen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump ebenfalls seine Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ausdruck gebracht: Bei der von Trump einberufenen Videoschaltung der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer (G7) habe Macron betont, dass die WHO die zentrale Rolle mit Blick auf alle Staaten, internationalen Institutionen und Programme spielen müsse, die sich mit Impfstoffen, Gesundheit und der Stärkung der Gesundheitssysteme befassen, teilte der Elysee-Palast am späten Donnerstagabend mit.

Macron habe außerdem an die Notwendigkeit erinnert, den am stärksten gefährdeten Ländern, insbesondere in Afrika, massive Hilfe zu leisten, um die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen.

Außenministerium verweist auf Zahlungen an WHO

Österreich war nicht unter den Unterzeichnern einer gemeinsamen Erklärung. Das Außenministerium betonte am aber am Abend aber, dass Österreich die WHO mit Zahlungen weiter unterstütze. Das Außenministerium verwies auf eine Botschaft im Kurznachrichtendienst Twitter, die bereits am Mittwoch abgesetzt worden war: „Wir unterstützen weiterhin die wichtige Arbeit der WHO.“ Die türkis-grüne Bundesregierung habe der „führenden Gesundheitsagentur“ im April bisher 2,83 Millionen Euro im Kampf gegen Covid-19 zur Verfügung gestellt, war in dem Tweet zu lesen. „Nur gemeinsam können wir diese globale Gesundheitskrise überwinden.“