Gefährlicher als Covid-19: Meningokokken-Infektionen

Diese schweren Infektionserkrankungen sind auf jeden Fall gefährlicher als Covid-19 und könnten durch eine Impfung zu einem guten Teil verhindert werden: bakterielle Gehirnhautentzündungen, zum Beispiel durch Meningokokken. Morgen, Freitag, ist Welt-Meningitis-Tag.

red/Agenturen

Meningitis - die Entzündung der Hirnhaut (Meningen) - ist eine seltene, aber ernst zu nehmende und schwer erkennbare Erkrankung, die teilweise innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen bzw. schwerwiegende Folgeerscheinungen mit sich bringen kann. Meningokokken sind Bakterien, die ausschließlich beim Menschen vorkommen und Auslöser einer Meningokokken-Erkrankung (Meningitis und/oder Sepsis) sind. Es gibt sechs Hauptgruppen, die Erkrankungen auslösen können: die Meningokokken-Stämme A,B,C,W,X und Y, wobei X vor allem in Afrika vorkommt, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK).

Erste Symptome der Meningokokken-Erkrankung können oft an Grippe erinnern, was die Diagnose erschwert. Etwa jeder Zehnte, der erkrankt, stirbt an der Infektion, trotz bester intensivmedizinischer Behandlung. Darüber hinaus können etwa 20 Prozent der Überlebenden eine schwere körperliche oder neurologische Behinderung erleiden (Amputationen, Verlust des Hörvermögens oder epileptische Anfälle).

In Österreich werden jährlich etwa 20 bis hundert Erkrankungsfälle (ca. 50 bis 74 Prozent durch Meningokokken der Gruppe B und zehn bis 30 Prozent durch Meningokokken der Gruppe C) registriert. Von 2008 bis 2018 wurden in Österreich 624 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, darunter 71 Todesfälle (Sterblichkeit: 11,4 Prozent). 2018 wurden in Österreich insgesamt 30 Meningokokken-Erkrankungen (vier Todesfälle) beobachtet, davon wurden 15 Fälle durch Meningokokken der Serogruppe B verursacht.

Immunisierung von Kindern empfohlen

Eine Impfung gegen alle Meningokokken gibt es nicht. Je nach Verbreitung der einzelnen Serotypen lebt man in unterschiedlichen Risikogebieten. In Europa, sowie der westlichen Welt, überwiegt der Serotyp B mit ca. 60 bis 70 Prozent. Zweithäufigster ist Typ C mit ca. 14 Prozent. Säuglinge sind besonders gefährdet.

In Österreich seien derzeit drei Impfungen gegen fünf der häufigsten Meningokokken-Gruppen (A, B, C, W und Y) verfügbar, hieß es in der Aussendung. Der aktuelle Österreichische Impfplan 2020 empfiehlt die einmalige Impfung gegen Meningokokken C bevorzugt zwischen dem 13. und 15. Lebensmonat. Gegen die am häufigsten vorkommenden Meningokokken B ist die Impfung aufgrund der epidemiologischen Situation möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Beide Impfungen sind nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Die Kombinationsimpfung gegen die Gruppen A, C, W und Y ist zwischen dem vollendeten zehnten Lebensjahr bis zum vollendeten 13. Lebensjahr kostenfrei.