Coronavirus

Salzburg will Spitalsbetrieb wieder aufnehmen

An den Salzburger Landeskliniken sind wegen der Coronakrise über 1.000 geplante Operationen verschoben worden. Durchgeführt wurden nur dringende Eingriffe, ohne die ein unmittelbarer Schaden für Patienten entstanden wäre. Nun wollen die Spitäler im Land die Versorgung schrittweise wieder aufnehmen. Gleichzeitig bereiten sich die Krankenhäuser auf eine zweite Erkrankungswelle im Sommer vor.“

red/Agenturen

Wir rechnen damit, im Mai den einen oder anderen Bereich wieder zu öffnen“, erklärte Landeskliniken-Geschäftsführer Paul Sungler am Montag bei einem Pressegespräch des Landes. Das dazu angekündigte Konzept liege jedoch noch nicht bis ins Detail vor. „Wir wollen aber in Zusammenarbeit mit den anderen Häusern die Liste an Operationen entsprechend des Leidensdrucks, der Schmerzen und der medizinischen Indikation abarbeiten.“ Die Entscheidung, welche Behandlungen und Therapien in welcher Reihenfolge nachgeholt oder durchgeführt werden, obliege den jeweiligen Spitälern und Ärzten.

Warnungen vor zweiter Erkrankungswelle im Sommer

Zugleich wird es weiter Einschränkungen geben, um die Einschleppung des Virus in die Krankenhäuser zu verhindern. „Eine Öffnung der Ambulanzen wie vorher wird noch keinesfalls möglich sein“, erklärte Sungler. Die strikte Trennung zwischen Covid-Bereich und Non-Covid-Bereich bleibe aufrecht. „Das Covid-Haus wird in dieser Funktion als zentrale Versorgung aufrechterhalten, an der alle medizinischen Leistungen für positiv getestete Personen erbracht werden können. Es ist in dieser Form weiterhin unverzichtbar.“

Auch die Besucherregelungen werden weiterhin streng sein. „Wir wissen noch nicht wann die zweite Welle kommt und wie hoch sie sein wird“, erklärte der Leiter des medizinischen Krisenstabs des Landes, Richard Greil. Rechenmodelle würden derzeit von einem relevanten Anstieg zwischen Mitte Juni und Ende September ausgehen.

Die Aufrechterhaltung der Covid-19-Strukturen bedeute auch, dass dafür Ärzte, Pfleger und anderes Personal gebunden sind und nicht für andere Aufgaben zur Verfügung stehen. „Das erfordert Flexibilität, die durch notwendige personelle Umschichtungen gewährleistet wird“, sagte Greil. Die Kooperation der Spitalsträger im Salzburg werde darum fortgesetzt. Die „Auslagerung“ der Versorgung von Unfallopfern an das Unfallkrankenhaus der AUVA soll aber laut SALK-Geschäftsführer Sungler wieder zurückgeführt werden.

Das Behelfsspital im Messezentrum für nicht schwer erkrankte, aber hospitalisierungspflichte Patienten musste bisher nicht in Betrieb genommen werden. „Je nach Situation werden wir aber einen Überlauf auch im Herbst brauchen“, betonte Greil. Ob das nun das Messezentrum oder ein andere Ort sein werde, sei eine Frage der Entwicklung. Zuletzt befanden sich in Salzburg noch 74 Personen wegen Covid-19 in stationärer Behandlung.