Verteilung eines Coronavirus-Impfstoffes fair gestalten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen ersten Plan veröffentlicht, wie ein allfälliger Impfstoff, mit dem die Bevölkerung weltweit gegen das Coronavirus immunisiert werden soll, möglichst fair verteilt werden kann. Der Plan sieht die bevorzugte Behandlung von Gesundheitspersonal, Personen über 65 sowie vulnerablen Gruppen wie Personen mit Mehrfacherkrankungen vor.

red/Agenturen

Wann welche Länder versorgt werden, soll anhand einer Risikobewertung entschieden werden, und zwar aufgrund des Zustands des jeweiligen Gesundheitssystems und der Bevölkerungsstruktur eines Landes. Weltweit laufen zur Zeit an die 140 Projekte, im Zuge derer an einem Impfstoff geforscht wird. Nicht alle werden erfolgreich sein und eine Prognose, wann ein erster Impfstoff tatsächlich verfügbar sein wird, ist schwierig. Wenn die Hürde der Impfstoffentwicklung geschafft ist, gilt es, jene der Verteilung zu überwinden.

Beim von der WHO vorgelegten Plan werden allein für die Versorgung der drei bevorzugten Gruppen insgesamt etwas mehr als vier Milliarden Dosen eines Impfstoffes benötigt: etwa 115 Millionen für die Angehörigen der Gesundheitsberufe, ca. 1,5 Mrd. für jene über 65 Jahre und etwa 2,65 Mrd. für die Erwachsenen mit Komorbiditäten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas. Diese Berechnung basiert auf der Annahme, dass pro Geimpften zwei Impfungen verabreicht werden müssen und inkludiert zudem einen 15-prozentigen Verschleißanteil.

„Wichtig ist, diese Frage der Versorgung möglichst fair zu lösen. Daher muss man einerseits einen Plan ausarbeiten, wie die Verteilung erfolgen kann und andererseits auch Verständnis in der Bevölkerung dafür schaffen, dass bestimmte Gruppen bevorzugt behandelt werden und werden müssen“, so Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie, PHARMIG.

Außerdem könne kein Hersteller alleine solche Mengen produzieren. „Hier wird die Industrie mittels freiwilliger Lizenzvereinbarungen arbeiten, um mehreren Unternehmen die Möglichkeit zu geben, den Impfstoff gleichzeitig herstellen zu können. So wie schon im Rahmen der Erforschung eines Sars-CoV-2-Impfstoffes pharmazeutische Unternehmen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß kooperieren, werden sie es auch bei der Produktion eines solchen Impfstoffes tun“, erklärt Herzog.

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