Coronavirus

Hochrechnung ergab zehn Millionen Fälle in Afghanistan

In Afghanistan haben sich laut Gesundheitsministerium bisher insgesamt schätzungsweise rund zehn Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Landesweit hätten sich einer Hochrechnung zufolge damit seit Beginn des Ausbruchs 31,5 Prozent der mehr als 30 Millionen Einwohner mit Sars-Cov-2 infiziert, sagte Gesundheitsminister Ahmad Dschawad Osmani am Mittwoch in Kabul.

red/Agenturen

In der Hauptstadt Kabul ist die Infektionsrate laut Ministerium mit geschätzt mehr als 50 Prozent besonders hoch. Für die Hochrechnung wurden in den 34 Provinzen Afghanistans aus 5.760 Familien jeweils ein junges und ein altes Familienmitglied per Zufallsverfahren ermittelt und getestet. Danach seien die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet worden. Das Verfahren der Studie sei international anerkannt, so Osmani.

In Afghanistan sind bisher nur knapp 37.000 Coronavirus-Infektionen durch Tests in den Krankenhäusern nachgewiesen worden. In dem Zusammenhang wurden insgesamt rund 90.000 Menschen getestet. Besonders viele Neuinfektionen wurden im April und Mai registriert, bis Anfang August sind diese Zahlen stark zurückgegangen.

Das Land leidet nach rund vier Jahrzehnten Konflikt und Krisen unter medizinischer Unterversorgung. Vielerorts mangelt es an Personal und dringend benötigter Schutzausrüstung gegen das Virus. Zwar führten die Behörden zeitweise Ausgangsbeschränkungen ein, viele Menschen hielten sich aber nicht daran. Insbesondere Tagelöhner litten unter den Einschränkungen.