Italien will Abstandsregeln im Nahverkehr lockern

Italien will ab September die Abstandsregeln im Nahverkehr lockern. So wird im öffentlichen Verkehrssystem nicht mehr Distanz gehalten werden müssen. Besondere Filter an Bord der Züge sollen für die Luftreinigung sorgen. In den öffentlichen Verkehrsmittel werden die Italiener weiterhin einen Mundschutz tragen müssen.

red/Agenturen

„Zehn Millionen Italiener - Schüler, Lehrer und Familien - werden sich im September wieder in Bewegung setzen. Wir werden weiterhin umsichtig sein, doch die Distanzierungsregeln werden wegfallen“, so Regionenminister Francesco Boccia.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Neuinfizierten denken die Regionen inzwischen an die Einführung von Covid-Schnelltests für Touristen aus Italien, die nach einem Aufenthalt im Ausland nach Hause zurückkehren. Die Kontrollen sollten auf Hochgeschwindigkeits-Bahnhöfen und Flughäfen erfolgen. Das wissenschaftliche Komitee (CTS), das die Regierung in Sachen Coronavirus berät, prüft die Effizienz der hochinnovativen Schnelltests.

Die Regierung von Premier Giuseppe Conte ist besorgt, nachdem sich nach der Rückkehr von Jugendlichen aus dem Urlaub auf Malta, in Griechenland, Spanien und Kroatien neue Infektionsherde entwickelt haben. „Ich habe mit Gesundheitsminister Roberto Speranza gesprochen. Wir warten auf Auskünfte über die Protokolle für die Schnelltests“, erklärte der Präsident Venetiens, Luca Zaia. Italienische Unternehmen hätten Abstriche entwickelt, die in kürzester Zeit die Testresultate liefern.

Der Präsident der süditalienischen Region Kampanien, Vincenzo De Luca, fordert, dass Urlaubsheimkehrer Kontrollen unterzogen werden und sich einer Quarantäne unterziehen müssen. „80 Prozent der Neuinfizierten sind Personen, die im Ausland waren“, kritisierte De Luca.