Coronavirus

Jetzt mehr Kontrollen bei Einreise in Kärnten

An den frequentierteren Kärntner Grenzübergängen zu Slowenien und Italien haben am Freitag um 6.00 Uhr verstärkte Einreisekontrollen begonnen. Neben dem Loibl- und Karawankentunnel, beides Übergänge zu Slowenien, die schon zuletzt durchgehend kontrolliert worden sind, gibt es nun auch bei der Einreise aus Italien bei Arnoldstein - Südautobahn (A2) und Bundesstraße - 24 Stunden am Tag Anhaltungen.

red/Agenturen

Der Fokus der Behörden liegt auf österreichischen Urlaubern aus dem Süden und allgemein Fahrzeugen aus Balkanländern, sagte Bernd Riepan, Bezirkshauptmann von Villach-Land, am Freitag auf APA-Anfrage. Abgeleitet wird jedenfalls der gesamte Verkehr. „Je nach Voraussetzung werden die Leute befragt: Waren Sie in Kroatien, wo sonst? Fahren Sie durch?“ Auf Basis dessen lasse man die Fahrzeuge dann weiter bzw. werden Maßnahmen gesetzt. Fallweise werden Infoblätter verteilt, Fieberchecks gemacht, ausländische PCR-Testergebnisse kontrolliert oder die Formalitäten für die Verordnung von Heimquarantäne erledigt. Reisende aus Nachbarländern, etwa Deutschland, werden durchgewunken, ebenso der gewerbliche Verkehr.

Polizei und Bundesheer aufgestockt

Einem aktuellen Lagebericht der Polizei vom Freitag in der Früh zufolge gab es noch geringes bis mäßiges Verkehrsaufkommen bei der Einreise. „Das kann sich aber natürlich ändern“, sagte Polizeisprecher Mario Nemetz. Mit Staus sei allein aufgrund von Verkehrsüberlastung zu rechnen - dazu wäre es auch ohne verstärkte Kontrollen gekommen.

Der Polizeisprecher erklärte, dass anders als an den slowenischen Grenzübergängen, wo es seit der Migrationskrise Kontrollen gibt, zu Italien formell keine Grenzkontrollen stattfinden, hier unterstütze die Polizei „gesundheitsbehördliche Anordnungen“. Neben den schon genannten größeren Grenzübergängen werde dieses Wochenende bis Montag 6.00 Uhr auch bei Lavamünd und Grablach und am Wurzenpass durchgehend kontrolliert. Diese Grenzübergänge waren zuletzt temporär besetzt. Am Montag wollen die Behörden die Maßnahmen evaluieren. Durchgehende Kontrollen an allen 13 Kärntner Grenzübergängen - wie diese Woche angekündigt - werde es aber wohl eher nicht geben, sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst.

Polizei und Bundesheer stocken in Kärnten ihre Kräfte für die Kontrollen auf. Die 112 bisher eingesetzten Polizisten im Grenzeinsatz bekommen Verstärkung von 51 Polizeischülern mit Außendiensterfahrung. Zu den 45 Soldaten, die in Kärnten bisher Assistenzdienst geleistet haben, sind mit Freitag acht hinzugekommen, ab Montag sollen laut Militärkommando Kärnten weitere 60 Soldaten folgen, die derzeit geschult werden. Für die Gesundheitsbehörden bedeute das jedoch keine Entlastung, so Bezirkshauptmann Riepan. Mit den zusätzlichen Soldaten werde die Kontrollintensität erhöht, die Mitarbeiter der Bezirksbehörden müssten trotzdem für Rückfragen zur Verfügung stehen. „Meine Leute arbeiten sieben Tage die Woche, wir sind am Limit.“ Lediglich die Mindestruhezeiten würden eingehalten, Überstundenkontingente seien bereits um ein Vielfaches überschritten.