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Coronavirus

Trotz zunehmender Infektionen, Rom schließt Lockdown aus

Trotz zunehmender Zahl von Coronavirus-Infektionsfällen in Italien schließt die Regierung in Rom einen neuen Lockdown zur Eingrenzung der Ansteckungen aus. Dies versicherte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza laut Medienangaben vom Sonntag.

red/Agenturen

„Unser Gesundheitssystem hat sich wesentlich gestärkt. Die Situation ist heute nicht mit jener im Februar und im März vergleichbar, als die Kurve der Ansteckungen außer Kontrolle geraten war und wir nicht in der Lage waren, die Infizierten zu lokalisieren und isolieren“, meinte der Minister.

Das Alter der Neuinfizierten habe sich auf durchschnittlich 30 bis 32 Jahre reduziert. Frankreich und Spanien seien in der Lage, die Situation zu kontrollieren. „Das gilt auch für Italien, das ein Viertel weniger Neuinfizierte als diese beiden Länder zählt“, sagte der Gesundheitsminister.

Mehr Plätze in Intensivstationen

Die italienische Regierung hatte sich im März für einen Lockdown entschlossen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems unter dem Druck der zunehmenden Patientenzahl zu vermeiden. Die Lage sei derzeit nicht mehr so schwierig, sagte Speranza.

„Vor dem Lockdown zählten wir in Italien 5.000 Plätze auf den Intensivstationen. Jetzt haben wir diese Zahl verdoppelt“, erklärte der Minister. Er rief Jugendliche zu verantwortungsvollem Verhalten auf.

Ein wichtiger Test sei für Italien die am 14. September geplante Wiedereröffnung der Schulen nach sechs Monaten Pause. „Ein demokratisches Land kann nicht auf die Schule verzichten. Das Schulsystem startet wieder mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen“, erklärte der Gesundheitsminister. Lehrer und Schüler sollen stichprobenartigen Tests unterzogen werden.

Wieder unter 1.000 Neuansteckungen in Italien

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfizierten ist in Italien in den vergangenen 24 Stunden wieder unter die Schwelle von 1.000 neuen Fällen pro Tag gesunken. Von Sonntag auf Montag wurden 953 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 1.210 am Vortag.

Vier Menschen starben von Sonntag auf Montag nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, am Vortag waren es sieben gewesen. 35.441 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus in Italien gestorben.

Die Zahl der noch aktiven Fälle lag bei 19.195, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg von 971 auf 1.045. Auf der Intensivstation befanden sich am Montag 65 Patienten, am Vortag waren es 69. In Heimquarantäne waren 18.085 Menschen. Die Zahl der offiziell genesenen Corona-Infizierten stieg auf 205.662.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Corona-Ausbruchs in Italien, gab es am Montag ein Todesopfer. Die Zahl der Gestorbenen stieg somit auf 16.857. 110 Neuinfizierte zählten die dortigen Behörden. Die Zahl der Covid-19-Erkrankten in den lombardischen Spitälern betrug 153. Auf Intensivstationen lagen in der Lombardei 15 Patienten.
 

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