Corona bestimmt Leben der Österreicher seit sechs Monaten

Am 25. Februar, vor genau einem halben Jahr, ist das neuartige Coronavirus erstmals offiziell in Österreich nachgewiesen worden: Eine in Innsbruck arbeitende Italienerin und ihr Bekannter waren die ersten Fälle. Über 700 Menschen starben seither an dem Virus, 25.000 wurden positiv getestet. Sechs Monate später bleibt das Virus weiterhin eine Herausforderung für das ganze Land und seine Menschen.

red/Agenturen

„Österreich ist im ersten halben Jahr der weltweit schwersten Pandemie mit mittlerweile 800.000 Todesfällen vergleichsweise sehr gut durch die Krise gekommen“, bilanzierte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) in einem Statement gegenüber der APA. Die Auswirkungen der Pandemie wurde spätestens mit dem Ausruf des Shutdown offensichtlich, der am 16. März weitgehende Ausgangsbeschränkungen und die Schließung weiter Handelsbereiche und der Gastronomie zur Folge hatte. Zu den von Anschober als „Phase 1“ bezeichneten „notwendigen gravierenden Maßnahmen zur Abflachung der exponentiellen Steigerungen von täglich 30 oder 40 Prozent“ gehörte ab Anfang April auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) in Supermärkten und Drogeriemärkten.

Die ersten Lockerungen - weg vom Ausnahmezustand hin zur „neuen Normalität“ - folgten dann bereits ab Mitte April und leiteten die „Phase 2“ mit zehn kontrollierten Öffnungsschritten ein. Dies ging bis hin zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs Mitte Juni, jedoch stiegen die täglichen Covid-19-Infektionszahlen dann wieder an. Ende Juli wurde die Maskenpflicht daher verschärft, die Zahl der aktiv Infizierten wuchs aber weiter auf gegenwärtig über 3.000 Fälle - so viele wie zuletzt im April, dem Monat, in dem die Coronapandemie in Österreich ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hatte.

„Phase 3“ als Vorbereitung für den Herbst

Während dieser „Phase 3“ - mit dem von Anschober definiertem Ziel der Stabilisierung während der Sommermonate trotz Öffnung, Grenzöffnungen und einem (wenn auch eingeschränkten) Comeback des Tourismus - war der Anstieg der Zahlen durchaus ein erwarteter Nebeneffekt. Es ginge jetzt um die Vorbereitung auf „einen sehr schwierigen Herbst“, so der Ressortleiter. „Ich bin jedoch optimistisch, dass wir die nächsten Monate ohne zweite Welle schaffen, falls nach einem kleinen Durchhänger kleiner Bevölkerungsteile in den vergangenen Wochen wir nun alle wieder so engagiert wie im Frühling mitmachen und uns und die anderen gut schützen - durch Hygienemaßnahmen, Mindestabstand und MNS“, wies Anschober auf die Mitverantwortung der Bevölkerung zum Gelingen dieses Plans hin.

Auch wenn es bald eine Impfung gegen das Virus geben sollte - optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass dies noch in diesem Jahr der Fall sein wird -, bleiben die Folgen der Pandemie jedoch eine bestehende Herausforderung. Im August waren in Österreich rund 370.00 Personen arbeitslos und fast 50.000 weitere in einer Schulung. Von der Nachrichtenagentur Reuters aktuell befragte Ökonomen gingen jedenfalls davon aus, dass die Folgen der Viruskrise der Wirtschaft im gesamten Euroraum noch Jahre zu schaffen machen. Eine vollständige Erholung von der Rekord-Rezession werde zwei oder gar mehr Jahre dauern.

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Am 25. Februar wurde das neuartige Virus erstmals in Innsbruck nachgewiesen. Es folgte der Weg vom Ausnahmezustand hin zur "neuen Normalität".
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