Coronavirus

Deutliche Unterschiede bei Covid-Verdachtsfällen an Schulen

Deutliche Unterschiede gibt es in den einzelnen Bundesländern bei den Corona-Verdachtsfällen an Schulen. Das liegt einerseits an den Erhebungsmethoden und -zeitpunkten, spiegelt aber andererseits auch die unterschiedliche Infektionslage im Bundesgebiet wieder.

red/Agenturen

Im Unterschied zu den positiven Corona-Fällen scheinen die an den Schulen verzeichneten Verdachtsfälle in den Statistiken nicht auf – sie machen aber den Großteil der Arbeit für Direktoren wie Lehrer aus. Als Verdachtsfall gelten grob gesagt Personen, die entweder entsprechende Symptome aufweisen oder engen Kontakt zu Infizierten hatten (bzw. beides).

Folge ist im Regelfall die Absonderung des betroffenen Schülers bzw. Lehrers. Sollte ein PCR-Test als notwendig erachtet werden, müssen die Betroffenen bis zum Vorliegen des Testergebnisses daheimbleiben. Für die anderen Kinder wird der Unterricht weitergeführt, allerdings soll es möglichst zu keiner Vermischung mit anderen Klassen kommen.

OÖ, NÖ und Burgenland zählen Verdachtsfälle nicht

In Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland hieß es auf APA-Anfrage, dass die Zahl der Verdachtsfälle nicht gesammelt werde. In Kärnten wurden seit Schulbeginn 186 Lehrer und 580 Schüler als Verdachtsfälle eingestuft – bei jeweils zwölf positiven Testergebnissen. Insgesamt gibt es in dem Bundesland knapp 68.000 Schüler und rund 7.000 Lehrer. Von den knapp 400 Schulen sind an 154 Verdachtsfälle verzeichnet worden.

In Salzburg wurden 278 Schüler (von 73.500) sowie 92 Lehrer (von 9.000) als Verdachtsfälle registriert, betroffen waren 118 von 360 Standorten. In Tirol wurde nicht nach Schülern und Lehrern aufgeschlüsselt - insgesamt gab es an den Schulen rund 600 Verdachtsfälle (bei 93.000 Schülern und 10.500 Lehrern).

In der Steiermark wurden seit Schulbeginn 897 Schüler und 153 Lehrer als Verdachtsfälle eingestuft (Stand 2. Oktober) – bei 66 positiv getesteten Schülern und 14 Lehrern. Vorarlberg gab die Verdachtsfälle der letzten zehn Tage bekannt – als solche registriert wurden rund 500 bei Schülern (von insgesamt 54.000) sowie 80 bei Lehrkräften (gesamt 6.500). Aus Wien lagen vorerst noch keine Zahlen vor.

Kein Kommentar zu Schulschließungen

Spekulationen über mögliche Schulschließungen oder eine Verlängerung der Herbstferien ließ Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz unkommentiert. „Ich lasse mich auf dieses Spiel grundsätzlich nicht ein, Gerüchte, die da transportiert werden, werden von mir nicht kommentiert“, konstatierte Anschober.

Im Bildungsministerium hieß es auf APA-Anfrage, dass die Frage einer Verlängerung der Herbstferien vom Krisenstab noch nicht an das Ressort herangetragen worden sei. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt dezidiert gegen generelle Schulschließungen ausgesprochen. Die Oppositionsparteien lehnten in Aussendungen längere Herbstferien ab.