Semmelweis Gesellschaft mahnt zu mehr Handhygiene in Spitälern

Die Semmelweis Gesellschaft in Wien mahnt zu mehr Sensibilisierung beim Thema Handhygiene in Spitälern sowie Pflege- und Altersheimen. In Gesundheitseinrichtungen komme es „immer noch zu Hygienelücken, die schlimmstenfalls tödliche Folgen nach sich ziehen“, hieß es am Montag in einer Aussendung anlässlich des Welttags des Händewaschens am Donnerstag. Der Verein betonte jedoch, dass die Corona-Pandemie zu einer noch nie dagewesenen Beschäftigung mit dem Thema geführt habe.

red/Agenturen

Die aktuell große Aufmerksamkeit im Alltag dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem das Thema der professionellen Hände-Desinfektion im Spitalsbereich weiterhin stärkerer Sensibilisierung bedarf, betonte die Semmelweis Gesellschaft. Nur durch ein echtes Umdenken in punkto Krankenhaushygiene könnten gefährliche Keime und deren verheerende Folgen verhindert werden. Das Wissen und die Werkzeuge seien da, nur Zeitdruck, Personalmangel und manchmal auch Vergesslichkeit und Uneinsichtigkeit der Menschen führen laut der Aussendung dazu, dass die Regeln zur Hände-Desinfektion nicht immer eingehalten werden.

Infektionen, ausgelöst durch gefährliche Krankenhauskeime, lassen sich durch gründliche und durchgängige Hände-Hygiene in Gesundheitseinrichtungen drastisch reduzieren, hieß es weiter. „Die Erreger, mit denen wir heute konfrontiert werden, sind aus der gegenwärtigen Betrachtung weitaus gefährlicher als die Keime, die zu Semmelweis' Zeiten gefürchtet waren. Sie entstehen oftmals auch durch falschen und zu leichtfertigen Gebrauch von Antibiotika“, erläuterte Bernhard Küenburg, Präsident der nach dem Mediziner Ignaz Semmelweis benannten Gesellschaft.

Semmelweis hatte 1847 die Ursache für Kindbettfieber entdeckt: „giftige Stoffe“, die von einer Person auf eine andere übertragen werden, und entwickelte gegen die von ihm so benannte Kontaktinfektion eine überaus wirksame Strategie: Hände-Desinfektion. Während gründliches Hände-Waschen mit Seife im Alltag in der Regel ausreicht, ist die alkoholische Desinfektion in Spitälern unerlässlich, um Leben zu schützen, betonte die Semmelweis Gesellschaft.