Coronakrise

Trump hat „verrücktes China-Virus" überwunden

US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Leibarztes negativ auf das Coronavirus getestet worden und ist nicht mehr ansteckend. Bei Trump seien „an aufeinanderfolgenden Tagen“ mehrere Tests negativ ausgefallen, hieß es am Montag in einer Erklärung von Sean Conley. Neben den Schnelltests würden auch andere klinische und Labordaten „auf einen Mangel an nachweisbarer Virusreplikation hinweisen“. Wann Trump das erste Mal negativ getestet wurde und wie oft, blieb unklar.

red/Agenturen

Trump selbst hatte bereits am Sonntag verkündet, dass er sich geheilt sieht. „Ich habe dieses verrückte, furchtbare China-Virus geschlagen“, sagte er im Sender Fox News. „Sieht so aus, als ob ich immun bin.“ Er habe die strengsten Test bestanden und sei in großartiger Form.

Der Präsident hatte am 2. Oktober mitgeteilt, er sei positiv getestet worden und hatte sich zur Behandlung ins Militärkrankenhaus Walter Reed begeben. Seine Ärzte hatten zunächst erklärt, es gehe dem Präsidenten gut, später aber eingeräumt, dass er zwischenzeitlich hohes Fieber gehabt habe und mit Sauerstoff versorgt worden sei. Anfang vergangener Woche kehrte Trump wieder ins Weiße Haus zurück und nahm seine Amtsgeschäfte wieder auf. Leibarzt Conley hatte bereits am Samstag erklärt, der Präsident sei nicht mehr ansteckend. Informationen zu Testergebnissen veröffentlichte er zu diesem Zeitpunkt nicht.

Biden mit deutlichem Vorsprung

Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt seit Bekanntwerden seiner Infektion reiste Trump am Montag nach Florida, einem besonders umkämpften Bundesstaat. Er verzichtete dort auf das Tragen einer Maske. Trump war während der gesamten Pandemie äußerst selten öffentlich mit Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Seine Gegner kritisierten ihn deswegen als schlechtes Vorbild. Nicht nur Trump hatte sich mit Corona infiziert, sondern auch zahlreiche andere Mitarbeiter und Gäste des Weißen Hauses.

Am Dienstag reist Trump weiter nach Pennsylvania und am Mittwoch nach Iowa. Der Demokrat Joe Biden liegt in landesweiten Umfragen deutlich vor Trump. Allerdings konnte Biden in den wichtigen Bundesstaaten Wisconsin und Pennsylvania einer Umfrage von Reuters/Ipsos zufolge seinen Vorsprung etwas ausbauen. Er lag demnach bei 51 Prozent, Trump bei 44 Prozent. Vor einer Woche hatte Biden in Wisconsin sechs und in Pennsylvania fünf Punkte vorne gelegen. Trumps Veranstaltung am Montag auf einem Flughafen in Sanford läutet die letzten drei Wochen vor den Wahlen am 3. November ein.