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Statistik

Steigende Fallzahlen in Pflegewohnhäusern in Wien

In Wien hat es am Freitag deutlich weniger Coronavirus-Neuinfektionen als an den Tagen davor gegeben. Der medizinische Krisenstabberichtete berichtete allerdings von steigenden Fallzahlen in Pensionistenwohnhäusern in den vergangenen zwei Wochen. Die Auslastung in den Wiener Spitälern sei konstant, es gebe ausreichend freie Kapazitäten. Bürgermeister Michael Ludwig bekräftigte einmal mehr seine Ablehnung bezüglich einer früheren Gastro-Sperrstunde.

red/Agenturen

Derzeit befinden sich 196 erkrankte Personen auf Normalstationen in den Spitälern, 57 auf Intensivstationen. Im Moment seien 228 Intensiv- bzw. Überwachungsbetten und 1.863 Normalbetten frei. Die Kapazitäten im den Krankenhäusern wurden durch die Kooperation mit den Ordensspitälern beträchtlich vergrößert, die sich nun auch um Covid-19-Patientinnen und -Patienten kümmern.

Ludwig: Maßnahmen greifen

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat am Freitag einmal mehr seine Ablehnung einer früheren Gastro-Sperrstunde bekräftigt. In Wien dürfen die Lokale weiterhin bis 1.00 Uhr offen halten. Die Gefahr, dass anschließend im privaten Bereich weitergefeiert werde, sei bei einer früheren Sperrstunde groß, gab Ludwig zu bedenken. Er ließ zudem anklingen, dass es mit dem nun beendeten Wahlkampf zu tun haben könnte, dass Wien nicht mehr so sehr im Corona-Fokus steht.

„Wir haben erfreulicherweise in Wien sehr stabile Zahlen“, sagte Ludwig. Die Maßnahmen  würden jedenfalls greifen, hielt er fest. Er sei überzeugt, dass Wien etwa nicht an die Kapazitätsgrenzen von Spitälern stoßen werde. Man werde auch eine hohe Bereitschaft zeigen, gemeinsame Entscheidungen mit dem Bund mitzutragen, versprach er. Einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr könne er sich aber nicht vorstellen. Dies wäre eine „sehr starke wirtschaftliche Zäsur“. Die Vorverlegung der Sperrstunde wiederum würde dazu führen, dass es wieder verstärkt zu illegalen Partys komme, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Ludwig hat eine Vorverlegung der Sperrstunde bereits wiederholt abgelehnt. Stattdessen wurde in Wien eine Registrierungspflicht in der Gastronomie eingeführt. Hier ziehen nun auch andere Bundesländer nach. Am Freitag hat etwa Oberösterreich ein entsprechendes Vorgehen angekündigt.

Pflegewohnhäuser: steigende Fallzahlen

Im Bereich der Pflegewohnhäuser beobachtet der Krisenstab hingegen derzeit steigende Fallzahlen. „Hier ist die Gesundheitsbehörde in engem Austausch mit den einzelnen Einrichtungen und überlegt gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern, die für ihr Haus passende Maßnahme. Zudem gibt es den Pflegekrisenstab, in dem Maßnahmen gesetzt werden“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes.

Generell sei zu sagen, dass die Pflegewohnhäuser ihre Hygiene-Konzepte sehr gut einhalten würden - vor allem im Umgang mit den Bewohnern. Zusätzlich zu den bisher schon durchgeführten Umfeldscreenings in Pflegeeinrichtungen erarbeitet die Stadt weitere Testmöglichkeiten für diese besonders vulnerable Gruppe.

Bildungseinrichtungen: vergleichsweise wenig Fälle

Der Krisenstab gab auch eine Überblick über die Situation in den Wiener Bildungseinrichtungen: In Schulen gibt es 579 positive Fälle, in Kindergärten 48. Diese Zahlen muss man allerdings in Relation zur Gesamtzahl an Schülerinnen und Schülern bzw. Kindergartenkindern setzen. So gibt es in der Bundeshauptstadt mehr als 600 Schulen mit rund 230.000 Schülerinnen und Schülern. Weiters gibt es mehr als 2.000 Kindergarten-Standorte mit circa 87.000 Plätzen.

Insgesamt zeigt sich: Die Zahl der Neuinfektionen scheint im Sinken - wenn man sich den Sieben-Tages-Schnitt genauer betrachtet. Dabei hatte Wien vergangene Woche durchschnittlich 387,6 positive Fälle. Damit liegt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 139,2. Davor betrug dieser Wert 145,4. „Das bedeutet sinkende Fallzahlen“, unterstrich die Krisenstab-Sprecherin.

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