Coronakrise

Kitzbüheler Winter mit UVC-Licht und Digitalisierung

Kitzbühel setzt für die am 24. Oktober startende Wintersaison in Sachen Corona unter anderem auf die Desinfektion der Gondelkabinen mit UVC-Licht und auf einen Digitalisierungsschub beim Zutrittssystem ins Skigebiet. „Wir sind jedenfalls vorbereitet“, sagte Bürgermeister Klaus Winkler, auch Aufsichtsratsvorsitzender der Bergbahn, am Montag bei einer Pressekonferenz in der Gamsstadt. Als „bedrohlich“ für die Wintersaison bezeichneten die Verantwortlichen die Reisewarnungen.

red/Agenturen

Vor allem die bestehende deutsche Reisewarnung für Tirol sei schwierig, meinte Winkler. „Wir sind natürlich stark vom deutschen Markt abhängig“, so der Bürgermeister. Die Vorbereitung für die bald startende Wintersaison seien aber nunmehr „gelaufen“, ergänzte der Stadtchef. Unabhängig von etwaigen kommenden Verschärfungen der Covid-19-Verordnungen sei er daher „optimistisch“ und glaube, dass „Qualität und Sicherheit“ in dieser außergewöhnlichen Saison absolut stimmten.

Für die Sicherheit der Gäste und des Skigebietes insgesamt habe man unter anderem mit dem Infektiologen Günter Weiss von der Medizinischen Universität Innsbruck zusammengearbeitet, konkretisierte Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, die Bemühungen. Man habe nunmehr etwa den „Betriebsstart auf 8.00 Uhr vorverlegt, um die Besucherströme zu entzerren“ und die Gondelfahrten beschleunigt. Somit schaffe man es, dass „alle Gondeln unter 15 Minuten unterwegs“ sind, berichtete Bodner. Das alles sei notwendig um die „Fallzahlen zu stabilisieren“, um die „Reisewarnungen wegzubekommen“, so Bodner.

Hahnenkammrennen als „Geisterrennen“

Als überaus vielversprechend für eine sichere Wintersaison wertete Bodner auch die transportablen UVC-Geräte der Firma Planlicht an. Mit diesen gelinge es „Oberflächen und Luft zu desinfizieren“, strich der Vorstandsvorsitzende heraus. Die Wirksamkeit des Verfahrens sei jedenfalls wissenschaftlich erwiesen, sagte Planlicht-Geschäftsführerin Felicitas Kohler. Während Aufenthalts- und Stehzeiten der Gondel schiebe man künftig jedenfalls die transportablen Geräte in die Gondel und habe damit anschließend eine virenfreien Raum.

Daneben setzt man im Winter 2020/2021 auf fortschreitende Digitalisierung. Die Firma „Skidata“, seit über 30 Jahren mit Kitzbühel unternehmerisch verbunden, biete heuer erstmalig eine App an, mit der man seinen Skipass schon im Voraus buchen und aufs Handy laden könne. Die Drehkreuze beim Skigebiet reagierten dann auf den jeweiligen Smartphone-Skipass, ohne dass die Skifahrer ihre Handys entsperren müssten, berichtete Skidata-CEO Franz Holzer.

Für die heurige Wintersaison und die kommenden Jahre versprechen sich dann sowohl Walter Astl als auch Christian Wörister, beide Mitglieder des Vorstandes der Bergbahn AG Kitzbühel, sehr viel. Digitalisierung und Sicherheit wären schließlich auch nach Corona noch ein großes Thema, meinten beide unisono. Verkraften müsse man aber wohl, dass die kommenden Hahnenkammrennen ohne Zuschauer stattfinden müssten. „Ich vertrete die Position, dass die Rennen für alle offen sein müssen und nicht nur für geladene Gäste“, sagte der Kitzbüheler Bürgermeister auf Nachfrage. Aus der heutigen Sicht müssten die Rennen also wohl „ohne Zuschauer über die Bühnen gehen“, ergänzte er.