Coronavirus

Auch Behindertenbetreuung stark gefordert

Die Corona-Pandemie belastet auch die Behindertenbetreuung zunehmend. In 19 der 70 Einrichtungen der Lebenshilfe OÖ sind derzeit Covid-19-Fälle zu verzeichnen. Besonders gefordert sind die Mitarbeiter – einerseits aufgrund der Schutzausrüstung, andererseits weil sie bei der Schließung von Werkstätten vorübergehend in Wohnhäusern eingesetzt werden.

red/Agenturen

Die Lebenshilfe OÖ betreibt als größter Träger im Bundesland rund 70 Einrichtungen. Dabei handelt es sich um Wohnhäuser und Werkstätten, in denen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung leben bzw. arbeiten. Rund 1.500 Mitarbeiter betreuen dort knapp 2.000 Personen.

Im Frühling habe es nur eine Handvoll Infektionen unter den Mitarbeitern und keine einzige unter den zu Betreuenden gegeben, schilderte Geschäftsführer Gerhard Scheinast. Im Oktober traten dann aber die ersten positiven Fälle in einzelnen Einrichtungen auf. Derzeit sind in 19 Einrichtungen 39 Klienten und 41 Mitarbeiter infiziert. Ein Bewohner liegt auf der Intensivstation, der Großteil habe aber glücklicherweise eher leichte Verläufe und müsse nicht im Spital behandelt werden.

„Die Mitarbeiter sind aktuell in der Betreuung einer großen Belastung ausgesetzt“, sagte Scheinast. Beim Kontakt mit positiv Getesteten werde natürlich in voller Schutzausrüstung gearbeitet: „Das An- und Ausziehen ist eine aufwendige Prozedur und man kommt in den Anzügen ordentlich ins Schwitzen.“ Zudem tragen die Mitarbeiter seit Montag durchgehend FFP2-Masken im Wohnhaus. Mit Schutzausrüstung sei man derzeit aber gut versorgt.

Tritt ein Fall in einer Werkstatt auf, so werde der Beschäftigte zu Hause oder in einem Wohnhaus betreut und in den Werkstätten könne nach Abklärung aller Kontakte wieder relativ rasch der normale Betrieb aufgenommen werden. In den Wohnhäusern sei die Betreuung aber eine Herausforderung. Wenn nötig, werden auch Mitarbeiter aus den Werkstätten - die ebenfalls ausgebildete Behindertenfachbetreuer sind –  in den Wohnhäusern eingesetzt. Man verlange ihnen viel Flexibilität ab, ist sich Scheinast bewusst, „das ist alles nur möglich, weil die regionale Zusammenarbeit so gut funktioniert und die Mitarbeiter das engagiert mittragen.“ Mit organisatorischem Aufwand verbunden sei auch, dass bei einzelnen Einrichtungen teilweise mehrere Bezirkshauptmannschaften kontaktiert werden müssen – je nachdem woher die Betroffenen stammen.