Coronavirus

Behördliche Maskenüberprüfung weiter im Gange

Die Menge an qualitativ minderwertigeren Masken, die wohl versehentlich in einer Charge von FFP-2 entsprechenden CPA-Masken mit ausgeliefert worden ist, ist auch am Freitag weiterhin unklar gewesen. Dafür nahm Umweltminister Rudolf Anschober (Grüne) erstmals Stellung: „Das geht einfach nicht, dass Unternehmen oder Lieferanten Masken liefern, die die zugesagten Qualitätskriterien nicht ausreichend erfüllen", sagte er bei einer Pressekonferenz auf Nachfrage.

red/Agenturen

Noch am Tag des Bekanntwerdens habe das Ressort gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium, das für die Administration zuständig war, reagiert. Anschober betonte, alles wird und wurde aus dem Verkehr gezogen und „noch mal geprüft".

Wie die Masken ihren Weg in die Charge von zehn Millionen CPA-Masken fanden, wurde ebenfalls noch überprüft. Sie wurden im Sommer vom Roten Kreuz im Auftrag des Wirtschaftsministeriums bestellt und vom Gesundheitsministerium an die Länder zugewiesen. Bei den betroffenen Produkten ist der Durchlass größer als es der CPA-Standard erlaubt.

Die FPÖ übte wegen der Verteilung der teilweise offenbar minderqualitativen CPA-Masken an Alters- und Pflegeheime scharfe Kritik an Anschober. Bundesparteiobmann Norbert Hofer sah darin den „größten Gesundheitsskandal in der Geschichte der Zweiten Republik“ und forderte die Entlassung des Ministers.

Bekannt wurde der Mangel, nachdem ein Pflegeheim in Kärnten eine Maske beanstandet hatte und bei einer neuerlichen Testung festgestellt worden war, dass bei Schutzprodukten mit Losnummer SC20200045 der Durchlass größer als erlaubt war. Diese Masken werden nun getauscht, bei Engpässen stehen laut Ministerium vorerst drei Millionen FFP2-Masken zur Verfügung - nach dem Testergebnis seien alle Bundesländer informiert worden samt der Empfehlung, die betroffenen Masken nur mehr als Mund-Nasen-Schutz einzusetzen.