Unfälle

Kinderärzte warnen vor Stürzen von Babys vom Wickeltisch

Rund 500 Babys werden jährlich in den österreichischen Spitälern nach einem Sturz vom Wickeltisch versorgt. In der Grazer Kinderklinik sind in den vergangenen Tagen und Wochen vier Säuglinge mit schweren Verletzungen behandelt worden. Der Verein „Große schützen Kleine“ appellierte am Donnerstag daher an Eltern ihre Kinder am Wickeltisch niemals aus den Augen und den Händen zu lassen.

red/Agenturen

Ein Sturz vom Wickeltisch kann bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Kopfverletzungen führen: „In den vergangenen Tagen und Wochen hatten wir auf der Klinik eine Häufung von Wickeltisch-Stürzen. Vier junge Säuglinge im Alter von wenigen Tagen bis fünf Monaten erlitten dabei schwere Verletzungen. Alle Kinder hatten eine Schädeldachfraktur“, betonte Holger, Till, Präsident des Vereins „Große schützen Kleine“ und Vorstand der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz. Eines der verunglückten Kinder habe auf den ersten Blick nur eine kleine Wunde auf, hinter der sich aber eine massive Hirnblutung verbarg, wie die Mediziner feststellten.

In der Steiermark sind pro Jahr rund 85 Kinder betroffen. 35 der kleinen Patienten landen an der Grazer Kinder- und Jugendchirurgie. In den meisten Fällen haben sie Verletzungen im Kopfbereich, durchschnittlich sieben von zehn Kindern tragen eine Schädelprellung davon. Auch Gehirnprellungen und Schädelbrüche kommen immer wieder vor, hieß es vonseiten der Grazer Experten. Die Hälfte der Wickeltisch-Stürze passiert bis zum sechsten Lebensmonat der Kleinen, zwei Drittel bis zum 8. Lebensmonat, Buben und Mädchen seien zu gleichen Teilen von Wickeltisch-Unfällen betroffen.

Auch nicht-mobile Kinder stürzen

Dabei seien die Stürze leicht vermeidbar: „Jeder der mit einem Säugling zu tun hat, sollte unbedingt wissen, dass ein Kind quasi vom ersten Lebenstag an vom Wickeltisch fallen kann. Dazu muss es sich nicht drehen können! Die meisten Kinder stürzen am Fußende vom Wickeltisch, indem sie sich durch Strampelbewegungen immer weiter mit dem ganzen Körper nach vorne schieben“, wie Till eindringlich schilderte.

Der Grazer Kindermediziner gab jungen Eltern einige Sicherheitstipps: Kinder am Wickeltisch niemals aus den Augen und aus den Händen lassen, auch nicht für einen kurzen Moment. Die Wickelutensilien in Reichweite halten, so dass das Baby immer mit einer Hand festgehalten werden kann. Nur Wickeleinrichtungen verwenden, die den standardisierten Europäischen Sicherheitsnormen entsprechen (sie lautet prEN 12221-1 bzw. prEN 12221-2). Die Umgebung des Tisches ist am besten mit einem Teppich zu polstern. Sehr quirlige und mobile Kinder sollten überhaupt am Boden gewickelt werden.