Coronavirus

7.514 Neuinfektionen und 65 weitere Todesfälle

In Österreich sind in 24 Stunden 7.514 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Der aussagekräftigere Wochenschnitt zeigte mit 6.754 neuen Fällen pro Tag weiter nach oben, zudem gab es seit dem Vortag 65 Tote. Hoffnung machte weiter der Impfstoffkandidat von BioNTech und Pfizer, über den die EU-Kommission am Mittwoch einen Rahmenvertrag für bis zu 300 Millionen Dosen billigte. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will erste Gruppen zu Jahresbeginn impfen.

red/Agenturen

Unter den Neuinfektionen fanden sich auch Nachmeldungen im Epidemiologischen Melderegister (EMS), mit dem es in den vergangenen Tagen Probleme gegeben hatte. Überaus verärgert darüber zeigte sich der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). „Wir haben eine schriftliche Stellungnahme vom Chef der AGES, dass die Datenbank eigentlich ausgelegt ist, um 7.000 Salmonellenfälle im Jahr zu dokumentieren. Und mit dem Ding wollen wir eine Covid-Pandemie dokumentieren. Das kann nicht funktionieren“, kritisierte er.

Bis Mittwoch, 9.30 Uhr waren österreichweit 1.564 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Im Schnitt kamen in der vergangenen Woche jeden Tag 48 Tote hinzu. Außerdem mussten bereits 3.719 Covid-19-Infizierte im Krankenhaus behandelt werden. Davon lagen 3.185 auf Normalstationen - 129 mehr als am Dienstag - und 536 auf Intensivstationen - 41 mehr als am Vortag. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 172.380 Menschen in Österreich positiv getestet. Das entspricht mittlerweile 1,93 Prozent der Bevölkerung, als knapp jeder 50. Einwohner.

Oberösterreich stockt bei den Intensivbetten erneut seine Kapazitäten auf. Nach 50 Betten diese Woche sollen nächste Woche noch einmal 50 weitere dazukommen, kündigte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) an. Dann würden insgesamt 200 Intensiv- und Beatmungsplätze nur für Covid-19-Patienten zur Verfügung stehen. „Dann sind die Möglichkeiten aber ausgeschöpft“, sagte er. Am Mittwoch befanden sich 113 Coronakranke auf oberösterreichischen Intensivstationen. Außerdem kündigte Stelzer an, dass es eine neue Verordnung für Oberösterreich erarbeitet wird, die das Verweilen und Konsumieren in Einkaufszentren und Malls untersagt.

Infektiologe ortet Triage-Gefahr: „Es ist fünf vor zwölf“

In den Kärntner Pflegeheimen und Spitälern des Krankenhausbetreibers Kabeg wird ab Freitag ein zehntägiges Besuchsverbot gelten, wurde ebenfalls am Mittwoch bekannt. Unterdessen sah der Innsbrucker Infektiologe Günter Weiss im Falle gleichbleibend hoher Neuinfektionen in Österreich die „konkrete Gefahr“ einer Triage in „ein bis zwei Wochen“. „Es ist fünf vor zwölf“, sagte Weiss im APA-Interview und plädierte für eine stärkere Fokussierung bzw. Ressourcenverlagerung hin zum Schutz vulnerabler Gruppen. Er sei aber „absolut kein Fan“ eines Total-Lockdowns, dieser könne nur die „Ultima Ratio“ sein. Einen „Lichtblick“ sah Weiss im bekannt gewordenen Erfolg eines Impfstoffes.

Anschober zeigte sich nach der Liefervereinbarung zwischen der EU und den Pharmaunternehmen BioNTech und Pfizer optimistisch, im ersten Quartal 2021 Risikogruppen und Gesundheitsmitarbeiter gegen das Coronavirus impfen zu können. „Ich gehe davon aus, dass die weitere interessierte Bevölkerung dann ab dem zweiten Quartal schrittweise geimpft werden kann. Dafür bereiten wir derzeit die Impflogistik vor“, erläuterte er. Über den genauen Zeitpunkt der Auslieferung entscheide die Marktzulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). „Für mich steht die Sicherheit im Vordergrund“, versicherte Anschober.

Zuerst sollen jene Personen geimpft werden, bei denen das größte persönliche bzw. systemische Risiko besteht, wurde auf APA-Nachfrage im Gesundheitsministerium betont. Es gehe einerseits um das Personal in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, andererseits um jene Menschen, die ein persönliches Risiko haben, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden oder an einer Covid-19 Infektion zu sterben, verwies das Büro von Anschober auf die ältere Bevölkerung ab 70 Jahren und Angehörige von Risikogruppen.