Coronavirus

Bolsonaros ältester Sohn angesteckt

Der älteste Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Büro von Flavio Bolsonaro am Dienstag mitteilte, wurde dieser positiv auf das Virus getestet. Er zeige jedoch keine Symptome und fühle sich „gut“. Flavio Bolsonaro sitzt für die Partei seines Vaters im Senat in Brasilia.

red/Agenturen

Der 39-Jährige ist bereits das vierte Familienmitglied, das sich nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert hat. Auch der Präsident steckte sich mit dem Erreger an und verbrachte deswegen im Juli drei Wochen in Quarantäne. Zudem waren auch die Präsidentengattin Michelle Bolsonaro sowie der jüngste Sohn Jair Renan positiv auf das Virus getestet worden.

Nach Angaben seines Büros hat sich Flavio Bolsonaro zuhause isoliert. Der Präsidentensohn nimmt das Malaria-Medikament Chloroquin ein, wie er selber mitteilte. Das Mittel wird von seinem Vater wie auch von US-Präsident Donald Trump beworben. Viele Experten wie auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen jedoch keine Wirksamkeit des Mittels beim Einsatz gegen Infektionen mit dem Coronavirus.

Vater redete Covid-19-Gefahr wiederholt klein

Der ultrarechte brasilianische Präsident hat die Gefahr durch das Coronavirus immer wieder kleingeredet. Er bezeichnete die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als „kleine Grippe“. Auch kritisierte Bolsonaro von brasilianischen Bundesstaaten verhängte Corona-Restriktionen.

In Brasilien wurden bisher 3,6 Millionen Coronavirus-Infizierte und mehr als 115.000 Todesopfer der Pandemie verzeichnet. Nur die USA sind weltweit noch schlimmer von der Pandemie betroffen.

Gesundheitssenator in Brasilien festgenommen

Indes wurde wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Kauf von Corona-Tests der Gesundheitssenator des brasilianischen Hauptstadtdistrikts Brasília, Francisco Araújo, festgenommenn. Insgesamt wurden bei Durchsuchungen sieben Verdächtige festgenommen, wie brasilianische Medien am Dienstag berichteten. Darunter sollen auch andere Spitzenbeamte sein.

Der Zeitung „Folha de S. Paulo“ zufolge gibt es Hinweise, dass für Corona-Tests von geringer Zuverlässigkeit überhöhte Rechnungen ausgestellt wurden. Der mögliche Schaden wird auf umgerechnet mindestens zehn Millionen Euro geschätzt. Bereits Anfang Juli hatte es in Brasília Durchsuchungen gegeben. Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien soll es Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten und medizinischem Gerät gegeben haben.