Corona-Krise - Kindern fehlten vor allem soziale Kontakte

80 Prozent aller Schüler hatten aufgrund der Corona-Pandemie nach eigener Angabe im vergangenen Schuljahr mit Herausforderungen zu kämpfen. Am meisten litten sie dabei unter fehlenden sozialen Kontakten (60 Prozent), zeigt eine Studie des Wiener Nachhilfe-Start-ups GoStudent in sieben europäischen Ländern. Es folgten Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund der Online-Lernumgebung (36 Prozent) sowie Probleme, beim Online-Unterricht die Thematik zu verstehen (26 Prozent).

red/Agenturen

Für die Online-Studie wurden Anfang Oktober rund 6.300 Eltern und 5.800 Kinder in Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und Italien über das Wohlbefinden in der Schule, Lerngewohnheiten und Nachhilfe im Schuljahr 2020/2021 befragt. In Österreich waren es 265 Eltern und 237 Kinder.

Für Österreich sind die Werte ähnlich: Tendenziell litten die Kinder etwas stärker unter dem Mangel an Sozialkontakten (63 Prozent), aber etwas seltener an Konzentrationsschwierigkeiten beim Online-Unterricht (34 Prozent) und an Verständnisproblemen bei fachbezogenen Inhalten (23 Prozent). Dazu passt auch, dass digitale Lernmethoden an österreichischen Schulen schon weiter verbreitet sind als in den Vergleichsstaaten. Hierzulande gaben nur 16 Prozent an, dass an ihrer Schule kein digitales Lernen stattfindet - über alle Staaten gerechnet waren es dagegen 28 Prozent.

Im Schnitt verbrachten die Schüler im Schuljahr 2020/21 pro Woche 18 Stunden außerhalb des Klassenzimmers bzw. virtuellen Unterrichts mit Bildung. Am höchsten war dieser Wert in Italien (21 Stunden), am geringsten in den Niederlanden (14 Stunden). Die österreichischen Kinder lagen mit 17 Stunden leicht unter dem Durchschnitt.

57 Prozent der Eltern (Österreich: 60 Prozent) und 48 Prozent der Kinder (Österreich: 51 Prozent) gaben an, aufgrund der Pandemie Lernlücken in einem oder mehreren Fächern aufzuweisen. Wenig überraschend lag bei den Fächern jeweils Mathematik voran, gefolgt von Englisch (ausgenommen Großbritannien). 53 Prozent der Eltern glauben, dass die Lücken im laufenden Schuljahr wahrscheinlich oder möglicherweise bestehen bleiben, wobei österreichische Väter und Mütter mit 68 Prozent deutlich pessimistischer sind. Kinder schätzen sowohl insgesamt als auch in Österreich die Wahrscheinlichkeit des Aufholens der Defizite geringer ein ihre Eltern.

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