Coronavirus-Folgen

Diakonie fordert eine Milliarde Euro für Kinder-Therapieplätze

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser fordert eine Milliarde Euro, um die Versorgung an Therapieplätzen für Kinder auszubauen. Zehntausende Kinder würden derzeit nicht die notwendige Therapie erhalten. Deshalb sei der Ausbau von kassenfinanzierten Therapieplätzen und psychosozialen Notdiensten - auch außerhalb der Ballungszentren - notwendig. Die Pandemie habe die psychischen Probleme bei Kindern verschlimmert, so Moser in einer Aussendung am Donnerstag.

red/Agenturen

Kopfschmerzen, Einschlafschwierigkeiten, Niedergeschlagenheit und Essstörungen hätten bei Kindern zugenommen. Vor allem jene, die in beengten Wohnsituationen mit geringem Einkommen leben, würden besonders unter den psychischen Auswirkungen der Pandemie leiden. Es gäbe zu wenig kostenfreie Therapieplätze und zu lange Wartezeiten. „Leistbare und verfügbare therapeutische Hilfen sind aber ganz entscheidend für das gute Aufwachsen von Kindern, die gesundheitliche Probleme haben“, meinte Moser.

Kinder die unter Belastung oder Stress leiden oder ein Trauma verarbeiten, bräuchten vor allem Sicherheit. „Bei unseren TherapeutInnen - sei es in der Logotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, oder auch bei der psychologischen Betreuung und Begleitung - können Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass sie sicher sind“, unterstreicht Moser.

Auch die Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) unterstützt die schon mehrfach geforderte jährliche Kindermilliarde. Mit einer Milliarde Euro könne man den Langzeitfolgen der Pandemie entgegenwirken, Lücken in der Gesundheitsversorgung schließen und der jungen Generation eine lebenswerte Zukunft ermöglichen, heißt es in einer Aussendung. „Diese Investition soll die schon lange bekannten Defizite in der Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit beseitigen und für nachhaltige Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen sorgen“, so Geschäftsführerin Caroline Culen.