Impfen

Doku beschäftigt sich mit Impfdebatte

Impfen oder Nicht-Impfen? Und wenn ja - wogegen? Spätestens ein paar Wochen nach der Geburt eines Kindes kommt man um die Beantwortung solcher Fragen nicht herum. Auch Filmemacher David Sieveking widmet sich mit „Eingeimpft“ nun diesem Thema.

red/Agenturen

Kurz nach der Geburt der eigenen Tochter sehen sich der Regisseur und seine Partnerin mit dem Thema konfrontiert: Die Zweifel und Ängste sind dabei eher diffuser Natur. Nach einer eigenen, schlechten Erfahrung fühle sie sich als Mutter einfach unwohl damit, dem gesunden Kind Krankheitserreger zu verpassen. Zudem seien die Impfstoffe mit „Metallen" versetzt - gemeint sind Aluminiumsalze, die einigen Impfstoffen als Wirkverstärker zugesetzt sind. Obwohl Vater Sieveking grundsätzlich weniger Bedenken hat, wird schnell deutlich, dass beide wenig über Vorteile und Risiken des Impfens Bescheid wissen.

Der Filmemacher wählt für seine am Freitag in den Kinos anlaufenden Doku einen sehr persönlichen Zugang, wie auch schon in seinen preisgekrönten Vorgängerdokus: 2010 ergründete er in „David wants to fly" das Wesen der Transzendentalen Meditation. 2012 begleitet er in „Vergiß mein nicht" filmisch die letzten Lebensjahre seiner an Alzheimer erkrankten Mutter. Nun also Impfen. Sieveking macht sich von der Kamera begleitet auf Recherchereise, trifft Kinderärzte, Impfstoffhersteller, Forscher oder den Vorsitzenden der deutschen Impfkommission am Robert-Koch-Institut.

Thema trifft einen Nerv

Zumindest bei jungen Eltern trifft er mit diesem Thema einen Nerv, denn es wird wie kaum ein zweites auf Spielplätzen, in Kindergärten, unter Freunden und innerhalb der Familie häufig und oft hitzig diskutiert. Nach ihrer Einführung galten Impfungen für viele Jahrzehnte als Segen, dank derer tödliche Krankheiten endlich wirksam bekämpft, sogar ausgerottet werden konnten. Heute hingegen hört man allzu oft auch Stimmen von Impfgegnern, für die die Vorsorge im besten Fall überflüssig ist, im schlimmsten Fall sogar schwere Erkrankungen nach sich zieht.

Sievekings Recherche gewinnt an Dringlichkeit, als quasi vor der eigenen Haustür der Kleinfamilie Masern ausbrechen. Darf man jetzt noch eine Impfung verweigern? Spielt man mit der Gesundheit des eigenen Kindes oder der von anderen? Sieveking wiederholt damit viele der Fragen, um die es in jeder Impfdiskussion geht. Auf der Suche nach Antworten lässt er die unterschiedlichen Experten zu Wort kommen.

Ausgemachte Impfgegner kommen in dem Film nicht zu Wort. Wohl aber Skeptiker, etwa ein anthroposophischer Kinderarzt, der die Sorgen der Eltern versteht, weil das Impfen einfach nicht natürlich sei. Oder eine junge Frau, die nach einer Impfung ein chronisches Erschöpfungssyndrom entwickelt hat - womöglich aufgrund der dem Impfstoff zugesetzten Wirkverstärker. Ob der Film Impfskeptikern eine unnötig laute Stimme verleiht und wissenschaftlich nicht begründete Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Impfungen verbreitet - darüber wird schon vor dem Start des Films unter Wissenschaftern und anderen Experten diskutiert.

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Am Thema Impfen scheiden sich die Geister, die Meinungen divergieren oft radikal.
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