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Flugzeugabsturz in Äthiopien

Ärztekammer trauert um drei Kollegen

Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines alle 157 Insassen ums Leben gekommen. An Bord hatten sich auch drei Ärzte aus Oberösterreich, Niederösterreich und Kärnten befunden. Die Österreichische Ärztekammer trauert um die drei Kollegen.

red/Agenturen

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat betroffen auf den Flugzeugabsturz in Äthiopien von Sonntagfrüh reagiert, bei dem drei österreichische Mediziner ums Leben gekommen sind. „Der Tod der drei jungen Kollegen, die in Ausübung ihrer medizinischen Aufgaben unterwegs waren, erfüllt mich mit großem Schmerz und Betroffenheit“, teilte ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres am Montag in einer Aussendung mit.

„Die Anteilnahme der gesamten Ärztekammer gilt den Angehörigen der Opfer, denen wir in diesen schweren Stunden unser aufrichtiges Beileid aussprechen und viel Kraft wünschen möchten“, betonte Szekeres. Bei dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine waren alle 157 Menschen an Bord getötet worden, darunter ein in Oberösterreich geborener und tätiger Mediziner im Alter von 31 Jahren, ein aus Niederösterreich stammender 31-Jähriger, der im Landeskrankenhaus Steyr gearbeitet hatte und ein 30 Jahre alter gebürtiger Kärntner, der an der MedUni Wien beschäftigt war. Sie wollten von Addis Abeba mit einer Zwischenlandung in Nairobi nach Sansibar fliegen, um dort laut österreichischem Außenministerium medizinisch zu arbeiten.

Auch MedUni „zutiefst erschüttert“

Die Medizinische Universität (MedUni) Wien zeigte sich in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite „zutiefst erschüttert“ vom Tod ihres 30-jährigen Kollegen. Er sei nach dem Abschluss seines Studiums an der MedUni Wien als Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, tätig gewesen und kurz vor dem Abschluss seiner Facharztausbildung gestanden.

Der Mediziner habe sich „trotz seiner Jugend auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Zöliakie bereits auf nationaler als auch internationaler Ebene einen hervorragenden Ruf erarbeitet“ gehabt. „Er hat als Mitglied der Europäischen Crohn und Colitis Organisation (ECCO) die Nachwuchsforschung vertreten und war in Klinik, Wissenschaft und Lehre sehr erfolgreich tätig“, schrieb der Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Michael Trauner. Der Familie gelte tiefstes Mitgefühl und Anteilnahme.

Auch Linzer Ordensklinikum trauert

Auch im Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz wurde am Montag getrauert. In dem Spital hat einer der bei dem Flugzeugabsturz am Sonntag in Äthiopien getöteten Ärzte gearbeitet. Am Vormittag wurde vor dem Spital die schwarze Fahne aufgezogen.

Man stehe in Kontakt mit der Familie des Mediziners, „der unser aufrichtiges Beileid gilt“, so der medizinische Geschäftsführer Stefan Meusburger in einer Aussendung. Der laut Außenministerium in Oberösterreich geborene Arzt war 31 Jahre alt. Seine Kollegen werden psychologisch betreut, so Meusburger. Näheres wollte man aus Rücksicht auf die Familie zu dem Fall nicht bekanntgeben.

Auch der oö. Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser zeigt sich bestürzt: „Ein derartiges Unglück ist für die Angehörigen schrecklich, vor allem wenn derart junge Menschen aus dem Leben gerissen werden.“ Die Ärztekammer werde „im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles dafür tun, die Angehörigen der oberösterreichischen Ärzte in dieser schweren Zeit bestmöglich zu unterstützen“, versprach Niedermoser.

Boeing 787 Ethopian
149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder kamen beim Absturz der Passagiermaschine ums Leben.
Ethopian Airlines