Coronakrise

Frankreich will widerstandsfähigeres Gesundheitssystem

Frankreichs Gesundheitsminister hat tiefgreifende Maßnahmen zur Reform des Gesundheitssystems angekündigt. Man habe in der Vergangenheit zwar die richtige Diagnose gestellt, sei aber „nicht schnell und nicht stark genug“ bei der Umsetzung der Pläne gewesen, sagte Olivier Véran nach der Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch.

red/Agenturen

Das Gesundheitssystem werde „eine Erneuerung erfahren“. Auch die Gehälter des Krankenhauspersonals und in Pflegeeinrichtungen sollen steigen. „Die Botschaft des Gesundheitspersonals ist gehört worden“, betonte Véran.

In der kommenden Woche soll es Gespräche mit den wichtigen Akteuren geben. Es gehe darum, Erfahrungen auszutauschen und festzustellen, was verändert und auch besser gewürdigt werden müsse. Nach Vérans Vorstellungen soll es bis spätestens Mitte Juli erste Ergebnisse geben, um ein „stärkeres und widerstandsfähigeres“ Gesundheitssystem zu schaffen. Frankreichs Regierung hatte im vergangenen Jahr die Gesundheitsreform „Ma Santé 2022“ auf den Weg gebracht.

In der Coronavirus-Krise hat das französische Gesundheitssystem deutliche Schwächen gezeigt. Zu Beginn der Krise gab es nur rund 5.000 Intensivbetten im Land; die Kapazität musste deutlich erhöht werden, um die vielen schwer Erkrankten zu behandeln. Einige Patienten wurden zur Behandlung nach Österreich und Deutschland gebracht. Im schwer getroffenen Elsass wurde ein Feldlazarett auf einem Parkplatz aufgebaut. Das Gesundheitspersonal hatte bereits vor der Krise immer wieder gegen die Arbeitsbedingungen protestiert und Personalmangel beklagt.

„Wenn Sie irgendwelche Symptome haben, lassen Sie sich testen“, betonte der Gesundheitsminister nun noch einmal. „Das Virus ist immer noch hier. Wir müssen alle äußerst wachsam bleiben.“ Mit mehr als 28 000 Toten ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder in Europa.
 

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