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Coronavirus

Leichte Entspannung ohne Lockdown in Ungarn

Ohne Lockdown wird in Ungarn laut Infektionszahlen eine leichte Entspannung der Corona-Lage verzeichnet. Dabei würde laut offiziellen Angaben die Zahl der Genesenen kontinuierlich steigen und aktuell rund 1,1 Millionen betragen. Demgegenüber steht die sinkende Zahl der Infizierten in der Höhe von 113.000. Polen meldet hingegen die höchste Tageszahl an Toten seit vergangenem April.

red/Agenturen

Auch in den Krankenhäusern gingen die Zahlen zurück. In den Spitälern verringerte sich die Anzahl der Covid-Patientinnen und -Patienten auf 3.854 und die der künstlich beatmeten Patienten auf 357. Offiziell wurden bisher 68 Fälle der Omikron-Variante nachgewiesen.

Zugleich ist die Sterblichkeit in dem Land mit rund zehn Millionen Einwohnern nach wie vor hoch und lag am Mittwoch bei 115 Fällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben bisher 39.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Zu den Pandemie-Einschränkungen gehört in Ungarn die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Spitälern, öffentlichen Gebäuden und Geschäften. Die Gastronomie ist davon ausgeschlossen. Nur bei Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern ist ein Nachweis über Immunisierung oder Genesung erforderlich. Eine allgemeine Impfpflicht ist in Ungarn nicht im Gespräch, diese wurde nur für Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich verordnet. Weiter wird Arbeitgebern die Verhängung der Impfpflicht ermöglicht.

Hausärzten drohen hohe Strafen

Der Druck auf die Hausärzte werde weiter erhöht, berichteten ungarische Medien. Denn nach einer neuen Verordnung der Obersten Amtsärztin Cecilia Müller drohen Hausärzten Strafen bis zu fünf Millionen Forint, wenn sie im Jänner nicht wenigstens ein freiwilliges Impf-Wochenende abhalten. Die Interessenvertretung der Hausärzte protestierte, da die Impftätigkeit in den Hausarztpraxen, die bisher eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung der Impfprogramme übernahmen, nicht mittels Strafen gefördert werden solle.

Aktuell sind in Ungarn 6.257.771 Millionen Bürger immunisiert. 5.973.555 davon erhielten die zweite und 3.161.930 die dritte Impfung. Letztere wurde zu 47 Prozent von Hausärzten durchgeführt.

Polen meldet höchste Tageszahl an Toten seit April

Anders gestaltet sich die Lage in Polen. Dort ist die höchste Zahl an Corona-Toten an einem Tag seit April vermeldet worden. Innerhalb von 24 Stunden starben 794 Menschen mit oder an dem Virus, wie das Gesundheitsministerium in Warschau am Mittwoch bekannt gab. Im selben Zeitraum wurden 15.571 bestätigte Neuinfektionen registriert. In Polen gelten nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC nur 55,1 Prozent der Bevölkerung als vollständig gegen Covid-19 grundimmunisiert.

Nur 16,1 Prozent der Bevölkerung haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nach Einschätzung der polnischen Behörden geht die derzeitige Corona-Welle noch fast vollständig auf die Delta-Variante zurück. Inzwischen wurden landesweit mindestens 25 Fälle der neuen Omikron-Variante nachgewiesen. Dennoch dürfen die seit Mitte Dezember geschlossenen Diskotheken und Clubs an Silvester ausnahmsweise öffnen. Die Zahl der ungeimpften Besucher ist dabei auf 100 begrenzt. Deutschland hat Polen zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt.