Corona-Impfstoff

Pharmig gegen Schuldzuweisungen und Drohungen

Angesichts der Diskussionen um die Verzögerungen bei den Lieferungen von COVID-19-Impfstoffen hat sich Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig gegen Schuldzuweisungen und Drohungen ausgesprochen. „Die Produktion von Impfstoffen ist eine hoch komplexe Angelegenheit. Wir befinden uns in einer für uns alle einmaligen, neuen Situation. Noch nie mussten in so kurzer Zeit so viele Mengen produziert werden wie jetzt“, so Herzog in einer Aussendung.

red/Agenturen

Derzeit würden dem Generalsekretär zufolge viele Partner in der Produktion und im Vertrieb rund um die Uhr zusammen arbeiten, ohne dass sie dabei Kompromisse bei der Qualität oder Sicherheit in irgendeiner Phase eingehen würden. „Dass es da in einem laufenden Prozess auch zu Adaptionen kommen kann, ist nachvollziehbar und grundsätzlich nicht überraschend. Es soll damit nichts beschönigt werden, jedenfalls aber erklärt. Außerdem liegt es ja im ureigensten Interesse der Unternehmen, die Menschen mit ihren Produkten zu versorgen“, sagte Herzog.

Demnach sollte der Fokus „in dieser ohnehin schon sehr sensiblen Phase nicht auf Schuldzuweisungen oder Drohungen liegen“. „Vielmehr sollten wir alle den Blick nach vorne nicht verlieren und schauen, wie unter diesen Umständen die Situation bestmöglich gehandhabt werden kann. Schließlich wollen wir alle dasselbe, nämlich ein schnelles Ende der Pandemie“, so Herzog. Außerdem verwies er einmal mehr auf die enorme Geschwindigkeit, in der die COVID-19-Impfstoffe entwickelt wurden.

Die Entscheidung der EU, in dieser Krisensituation für alle Mitgliedssaaten die Verträge über die zu erwartenden Impfstoffe gemeinschaftlich zu führen, war laut dem Pharmig-Generalsekretär richtig, denn andernfalls wäre es zu Konkurrenzsituationen gekommen. „Die EU wird beliefert, so rasch und in den Mengen, die angesichts der besonderen Umstände möglich sind. Dabei ist es nach wie vor das Ziel, die Kapazität der Produktionsanlagen stetig zu erhöhen und die Prozesse zu verfeinern“, versichert Herzog.

Herzog wies darauf hin, dass ein Impfstoff komplex ist und aus vielen einzelnen Produktionsschritten sowie Komponenten besteht. „Gerade das ist auch der Grund dafür, weshalb andere Impfstoff-Produzenten nicht so einfach auf COVID-19-Impfstoffe umstellen können“, so Herzog. Abgesehen davon bestünde dann auch wieder die Gefahr, dass es zu Verzögerungen bei anderen Impfstoffen kommt, die auch in Nicht-Pandemie-Zeiten hergestellt werden.