Ärzte ohne Grenzen:

Schwerste Corona-Welle seit Pandemie-Beginn trifft Norden Syriens

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnt angesichts stark steigender Corona-Zahlen im Norden Syriens vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Der Vorrat an Sauerstoff und Covid-19-Tests übersteige den Bedarf der Menschen in der Region bei weitem, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Es handle sich derzeit um den schwersten Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie.

red/Agenturen

Die Sterberate liege deutlich höher als bei den vorherigen Wellen. Das ohnehin schwer angeschlagene Gesundheitssystem des Bürgerkriegslandes ist Ärzte ohne Grenzen zufolge mit der aktuellen Situation überfordert.

Allein im Nordwesten des Landes habe sich die Anzahl der registrierten Fälle im September mit 73 000 Neuinfektionen im Vergleich zum Vormonat mit 39 000 Fällen fast verdoppelt. Die tatsächlichen Zahlen könnten allerdings deutlich höher liegen, da die Testmöglichkeiten begrenzt sind. Von den rund vier Millionen Einwohnern im Nordwesten Syriens seien bislang lediglich drei Prozent vollständig geimpft.