Coronavirus

Situation in Vorarlberger Spitälern bleibt ernst

Die Situation im Intensivbereich der Vorarlberger Krankenhäuser bleibt ernst. Das hat am Donnerstag Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft, abermals klar gemacht. Die Zahl der Intensivbetten lasse sich nicht beliebig ausbauen, insbesondere wenn das Fachpersonal knapp werde. Am Donnerstag waren 56 der 71 Vorarlberger Intensivbetten belegt – 44 davon mit Corona-Patienten.

red/Agenturen

Insgesamt wurden 223 Covid-19-Erkrankte in den Vorarlberger Spitälern betreut. „Momentan haben wir täglich durchschnittlich 20 Neuaufnahmen zu bewältigen, zuletzt waren es sogar 44“, informierte Fleisch am Donnerstagnachmittag. In der Grippesaison 2018/19 habe man als Höchstwert 30 stationäre Aufnahmen verzeichnet – innerhalb einer Woche. Die Zunahme bei den Normalbetten lasse sich noch bewerkstelligen, sagte Peter Cerkl, Leiter der Abteilung Pulmologie am LKH Hohenems. Die Hohenemser Intensivstation sei bis auf zwei Notbetten allerdings voll belegt. Im Fall der Fälle würden aber die anderen Vorarlberger Spitäler aushelfen, so Cerkl.

Auch in Sachen Fachpersonal zeichnete sich vorerst noch keine Entspannung ab. 217 Mitarbeiter standen landesweit nicht zur Verfügung – 124 davon waren positiv auf das Coronavirus getestet, 93 befanden sich als Kontaktpersonen in Quarantäne. Um Personal für die intensivmedizinische Versorgung freizuspielen, ist in Hohenems bereits einer von zwei Operationssälen geschlossen worden.

Beschwerlich gestalte sich auch der Arbeitsalltag für das Pflegepersonal, berichtete Arno Geiger, Pflegedirektor am LKH Hohenems. Trete beispielsweise in einem mit drei Patienten belegten Zimmer ein Verdachtsfall, müsse sofort jeder Patient für sich isoliert werden. „Wir müssen laufend improvisieren, um Platz für Patienten zu finden“, schilderte Geiger. Und da angesichts der Infektionslage grundsätzlich ein strenges Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen gelte, gleiche das Pflegepersonal den fehlenden persönlichen Kontakt aus. Zudem bilde man die Schnittstelle zu den Angehörigen. „Auf der Abteilung 'Innere I' rufen unsere Pflegekräfte täglich die Angehörigen an, um sie über den Zustand des Patienten zu informieren und Fragen zu beantworten“, sagte Geiger.

In Sachen Langzeitbeschwerden gebe es erfreuliche Erkenntnisse aus der Nachsorge von im Frühjahr erkrankten Personen, unterstrich Cerkl. „Die Veränderungen bilden sich selbst bei Patienten, die intubiert werden mussten, weitestgehend zurück und sind nach rund zwölf Wochen im Röntgen nicht mehr nachweisbar“, so der Lungenfacharzt. Es scheine, als würde sich das Gros der Patienten vollständig erholen - sowohl bei schweren als auch bei milden Krankheitsverläufen.