Coronavirus

Südtirol will "so viele Menschen wie möglich" testen

An 184 Standorten und 646 Testlinien sollen von Freitag bis Sonntag in Südtirol so viele Menschen wie möglich auf das Coronavirus getestet werden. „Die Aktion 'Südtirol testet' ist eine große Chance, um die Infektionsketten zu brechen“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Jeder Einzelne könne Verantwortung übernehmen für sich selbst, die eigene Familie, das Arbeitsumfeld und die Gesellschaft allgemein, so der Landeshauptmann.

red/Agenturen

Die Tests sollen „schnell und unbürokratisch ablaufen“. Jeder sollte zur Testung möglichst den nächsten Testungsort aufsuchen. Das Testergebnis soll maximal 30 Minuten nach dem Test feststehen und soll dann möglichst rasch per SMS oder E-Mail mit Zugangscode zugestellt werden. Sollte das Testergebnis positiv ausfallen, so muss der Getestete, sofern er keine Krankheitssymptome entwickelt, in häuslicher Isolation bleiben, die nach zehn Tagen automatisch endet.

Rund 900 Ärzte, Krankenpfleger und Mitarbeiter des Weißen und Roten Kreuzes werden im Einsatz sein. Hinzu kommt das Verwaltungspersonal, das zumeist von den Gemeinden gestellt wird. Pro Tag werden damit rund 1.500 Personen für die Abwicklung der Massentests im Einsatz sein.

Insgesamt sind rund 350.000 Personen aufgefordert, sich testen zu lassen. Je größer die Beteiligung, desto stärker könne die Infektionskurve gesenkt werden, erklärte Gesundheitslandesrat Thomas Widman (SVP). „Wenn alle diese Personen zum Test kommen, können wir genügend asymptomatische Virusträger herausfiltern und das Infektionsgeschehen damit stark einschränken“, meinte der Landesrat. Damit könnten monatelange Einschränkungen beziehungsweise ein „Dauerlockdown“ bis zum nächsten Frühjahr vermieden werden.

An der kostenlosen Testung sollen alle Südtiroler über fünf Jahre, die keine Krankheitssymptome aufweisen und bisher nicht an Covid-19 erkrankt waren teilnehmen. In allen Gemeinden werde es zumindest eine Teststation geben. In der Landeshauptstadt Bozen wird es beispielsweise 120 Teststrecken an 20 Standorten geben. Viele Gemeinden richteten ein telematisches Vormerksystem ein, zudem gibt es telefonische Ansprechpartner.

Bevölkerungslandesrat Arnold Schuler (SVP) sprach von einer „riesengroßen organisatorischen Herausforderung“. In Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern werde der Bevölkerungsschutz die Versorgung des Personals übernehmen. Die Freiwilligen Feuerwehren stehen für den Ordnungsdienst bereit. Wichtig sei es, Menschenansammlungen zu vermeiden.
 

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