Todesfall in deutscher Klinik: Patient bekam falsches Medikament

Ein Patient des Klinikums Bielefeld in Nordrhein-Westfalen ist nach Verabreichung eines falschen Medikaments verstorben. Das Mittel sei nicht für den 26 Jahre alten Mann gedacht gewesen, sondern für seinen Zimmernachbarn, einen Krebspatienten, sagte ein Krankenhaussprecher am Mittwoch.

red/Agenturen

Wie es zu dem Vorfall in der vergangenen Woche kommen konnte, sei noch unklar. Fest stehe bisher, dass es sich bei dem fälschlicherweise verabreichten Mittel nicht um ein Krebsmedikament gehandelt habe.

Nachdem Nebenwirkungen bei dem Patienten aufgetreten seien, habe man den 26-Jährigen zunächst auf die Intensivstation verlegt, schilderte der Sprecher. Danach habe man ihn in die Neurologische Fachabteilung der Evangelischen Klinik in Bielefeld gebracht. Dort sei er am vergangenen Donnerstag verstorben. Einem Bericht des WDR zufolge war der Mann in der kommunalen Klinik erfolgreich operiert worden. Nach dem Routine-Eingriff habe man ihn bald entlassen wollen. Dann sei es zu der Medikamenten-Verwechslung gekommen. Die Bielefelder Polizei untersucht den Vorfall.

In den vergangenen 20 Jahren hatten einige wenige Todesfälle nach falscher Medikamentengabe in Deutschland Schlagzeilen gemacht. 2019 war unter anderem eine Pflegerin in Niederbayern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden - sie hatte versehentlich ein falsches Medikament verabreicht, ein Heimbewohner starb. 2018 war es in einer Klinik in Göppingen nach mutmaßlich verwechselten Infusionslösungen zu zwei Todesfällen gekommen. 2003 erhielt eine Krankenschwester in Frankfurt am Main eine Bewährungsstrafe - sie hatte Spritzen verwechselt und einem später verstorbenen Kind die falsche Injektion verabreicht. 2001 gab es Ermittlungen in Kiel nach dem Tod eines Leukämie-Patienten.