Gefangener Arzt im Iran

Von Hinrichtung bedrohter Arzt zurück im Gefängnis

Der von der Todesstrafe bedrohte schwedisch-iranische Katastrophenmediziner Ahmadreza Djalali ist offenbar wieder in das Evin-Gefängnis in Teheran gebracht worden, wo er bis zu seiner Verlegung an einen unbekannten Ort inhaftiert war. Das schreibt die Stockholmer Tageszeitung Svenska Dagbladet unter Berufung auf Angaben seiner Familie.

red/Agenturen

Amnesty International Schweden hat demnach eine entsprechende Nachricht von der Ehefrau des wegen angeblicher Spionage für Israel im Iran zum Tod verurteilten Arztes erhalten. Eine Amnesty-Sprecherin wertete dies als positives Zeichen: „Wir wissen jetzt zumindest, wo er sich befindet." Das verringere die Sorge, dass Djalali gefoltert werde oder die Todesstrafe bereits vollzogen sei.

Die Österreichische Ärztekammer hatte vor zehn Tagen an die Diplomatie appelliert, sich gegen den Vollzug der Todesstrafe an Djalali in Teheran einzusetzen. Das schwedische Außenministerium hatte auf laufende Kontakte mit den iranischen Behörden in diesem Fall hingewiesen, ansonsten aber keine Angaben gemacht. Laut Amnesty ist nicht bekannt, ob die Rückführung Djalalis auf diplomatische Bemühungen zurückgeht oder nicht.

Vergangene Woche machte die Ärztekammer auch auf den Fall des Generalsekretärs der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft Massud Mossaheb aufmerksam, der im Jänner im Rahmen der Reise mit einer Delegation des medizinischen Projekts MedAustron festgenommen, verhört und ebenfalls ins Evin-Gefängnis gebracht worden sei. Die Ärztekammer hat die Regierung in Wien in beiden Fällen zum Handeln aufgerufen.