13 Festnahmen wegen Verdachts des Betrugs in Pflege in Bayern

Polizei und Staatsanwaltschaft haben bei einer Großrazzia wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs in der Pflege in Augsburg und München 13 Menschen festgenommen. Diese sollen zu einer osteuropäischen Bande mit etwa 40 Hauptbeschuldigten zählen, die Millionenbeträge ergaunert haben sollen, wie die Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch mitteilte.

red/Agenturen

Demnach sollen die Verdächtigen von Patienten und deren Angehörigen teilweise unterstützt worden sein. An der Razzia am Mittwoch waren mehr als 630 Polizisten, 33 Staatsanwälte und dazu eine Reihe von Gutachtern beteiligt. In Augsburg durchsuchten rund 500 Polizisten 175 Objekte. Dazu zählten die Räume von acht Pflegediensten, die Wohnungen der Hauptbeschuldigten sowie auch die Wohnungen von 120 Patienten. In München durchsuchten rund 130 Polizisten zwei Pflegedienste, drei Arztpraxen und die Privatwohnungen von Patienten. Auch Zollbeamte beteiligten sich an der Razzia, weil es einen Verdacht auf Scheinselbstständigkeit oder Schwarzarbeit bei 24-Stunden-Pflegekräften gebe. Polizei und Staatsanwaltschaft schöpften 3,6 Millionen Euro ab.

Die Verdächtigen sollen als Bande bei den Abrechnungen zulasten der Sozialhilfeträger und gesetzlichen Krankenkassen betrogen haben. Sie sollen systematisch Schwächen im Kontrollsystem der Pflegeversicherung zu ihren Gunsten ausgenutzt haben. Schon bei der Begutachtung der Patienten durch den sogenannten medizinischen Dienst der Krankenkassen soll der Pflegebedarf künstlich aufgebauscht worden sein, um mehr Leistungen als erforderlich abrechnen zu können. Dabei sollen Patienten und deren Angehörige geholfen haben - sie sollen Zahlungen in bar oder Sachleistungen des Pflegediensts erhalten haben.

Jüngere Hand berührt ältere Hände
Die verdächtigen Deutschen sollen systematisch Schwächen im Kontrollsystem der Pflegeversicherung zu ihren Gunsten ausgenutzt haben.
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