Coronapandemie

27. Dezember soll EU-weiten Impfstart markieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhofft sich von den bevorstehenden Corona-Impfungen einen Durchbruch bei der Bekämpfung der Pandemie. Das Lieferdatum für die Corona-Imfpung in Österreich steht laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch nicht fest. Die Zulassung könnte am 21. Dezember erfolgen, er rechnet mit einer ersten Impfung jedenfalls noch in diesem Jahr. Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus könnten in Österreich bereits am 24. Dezember verabreicht werden, ließ die Bundesregierung am Donnerstag wissen.

 

red/Agenturen

Anschober erklärte dazu am Rande einer Pressekonferenz, es gebe ein Zeitfenster ab dem 23. Dezember und er gehe noch vom heurigen Jahr aus: „Aber wir haben noch keine definitive Entscheidung über den Lieferzeitraum.“ Alle seien um einen raschen Start bemüht. Zu Beginn gehe es um die Lieferung von rund 10.000 Impfdosen, die große Lieferung werde für Jänner erwartet.

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte in der Schaltkonferenz den 27. Dezember als EU-weiten Starttermin für die Impfungen. Dann könne auch Deutschland „mit den ersten hunderttausenden Dosen, die ausgeliefert werden, tatsächlich starten“, sagte er. Die bevorstehende Zulassung und der Impfbeginn sei „für die Welt Anlass zur Zuversicht“.

Spahn kündigte an, am Freitag die Corona-Impfverordnung in Kraft zu setzen. Sie regelt die Frage, in welcher Reihenfolge die Bürger Anspruch auf eine Impfung haben. Zuerst würden Menschen über 80 Jahre sowie Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen geimpft. „Alle anderen werden unterrichtet, wann sie dran sind - wenn sie dran sind.“ Die Impfung sei „der Weg aus dieser Krise“, sagte der Minister.

Etappenziel erreicht, Marathon noch nicht vorüber

Biontech-Mitbegründer Sahin sagte zu, dass seine Mitarbeiter „über Weihnachten arbeiten“ würden, um eine rasche Auslieferung zu ermöglichen. Er verwies darauf, dass der Durchbruch bei der Impfstoffentwicklung nur mit langfristiger Forschung möglich geworden sei. „Wir sind an dem Thema seit 30 Jahren dran“, sagte er. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung hätten nun die schnelle Entwicklung des Corona-Impfstoffs ermöglicht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir wieder den nächsten Winter wieder ein normales Leben haben“, sagte er.

Biontech-Mitbegründerin Türeci sagte: „Das Etappenziel ist erreicht, der Marathon ist nicht ganz vorüber.“ Wenn die „Mission“ im Kampf gegen das Coronavirus vollendet sei, wolle das Unternehmen zu seinen ursprünglichen Zielen zurückkehren - der Entwicklung einer Immuntherapie gegen Krankheiten wie Krebs, HIV und TBC.

Kanzlerin Merkel dankte dem Forscherpaar für die Leistung bei der Entwicklung des Impfstoffs. Sie sprach von einer „wunderbaren individuellen Forschungsleistung“, zu der sie herzlich gratuliere. Der Durchbruch bei der Impfstoff-Entwicklung sei aber auch „Ausdruck unseres Herangehens, dass wir an Wissenschaft glauben“. Merkel meinte weiters: „Wenn wir sehen, wie viele Menschen im Augenblick an Corona sterben, dann weiß man, wie viel Leben das retten kann“.