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Ab Montag gilt in Österreich 2G

Ab Montag gelten in Österreich schärfere Corona-Regeln: Wer weder geimpft noch genesen ist, wird von praktisch allen öffentlichen Vergnügungen ausgeschlossen. Die entsprechende Verordnung hat das Gesundheitsministerium am späten Sonntagnachmittag ausgesandt, wenn auch noch nicht offiziell kundgemacht. Einige Details der 2G-Regeln sind neu, etwa für Kinder und Jugendliche. Pflichtschüler müssen demnach nicht geimpft sein, für sie reicht der Ninjapass.
 

red/Agenturen

Die Verschärfungen waren Freitagabend von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bekanntgegeben worden, gemeinsam mit den Landeshauptleuten reagierte man auf die stark steigenden Infektionszahlen. Demnach gilt ab Montag 2G überall dort, wo bisher 3G gegolten hat, also etwa in der Gastronomie, im Theater oder bei Konzerten (nicht aber in Museen), Sportveranstaltungen oder bei körpernahen Dienstleistungen wie dem Friseur.

Für wen 2G gilt

Auch Besuche in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen sind betroffen. Ausgenommen werden aber Besuche im Rahmen der Palliativ- und Hospizbegleitung oder die Begleitung bei der Geburt. In geschlossenen Räumen ist zusätzlich eine FFP2-Maske zu tragen, hieß es in der Medienunterlage des Ministeriums. Auch bei Begräbnissen, die in geschlossenen Räumen stattfinden und bei denen mehr als 50 Personen teilnehmen, gilt FFP2-Maskenpflicht. Diese entfällt, wenn alle Anwesenden einen 2G-Nachweis vorweisen.

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr sind von der G-Nachweispflicht ausgenommen und müssen somit kein Testergebnis vorweisen. Für Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren (schulpflichtiges Alter) gilt: Der Ninja-Pass wird dem 2G-Nachweis gleichgestellt und gilt daher auch als Zutrittsnachweis fürs Restaurant, Kino oder Seilbahnen. Nach Beendigung des neunten Schuljahres müssen auch Jugendliche über einen 2G-Nachweis verfügen, um Zutritt zu den jeweiligen Bereichen zu erhalten.

Karl Schöndorfer / picturedesk.com
Karl Schöndorfer / picturedesk.com


Änderungen bei Veranstaltungen

Grundsätzlich ist die 2G-Grenze für Veranstaltungen ab 25 Personen konzipiert. Ab 50 gibt es zusätzlich eine Meldepflicht, ab 250 braucht es eine Bewilligung. Auch beispielsweise in der Gastronomie oder bei der Nutzung der Hotellerie wird 2G zum Muss. Der Wintertourismus soll so komplett nach diesen Regeln ablaufen. Als geimpft gelten Personen, deren zweite Immunisierung nicht mehr als neun Monate zurückliegt. Für Kurzentschlossene gibt es eine Übergangsfrist, die bis 6. Dezember läuft. Wer sich jetzt impfen lässt, kann mit einem PCR-Test vier Wochen lang auch 2G-Bereiche besuchen. Danach muss aber der zweite Stich erfolgen.

Zur Arbeit kann man weiter auch nur getestet gehen, und bis 14. November reicht statt eines 3G-Nachweises auch noch das durchgehende Tragen einer FFP2-Maske. Es werden auch die weniger effektiven Antigen-Tests anerkannt, was vor allem der mangelnden Verfügbarkeit in ländlichen Regionen geschuldet ist. Bei einem entsprechenden Ausbau könnte zu einem späteren Zeitpunkt ein PCR-Test das Mindestmaß sein.

Dort wo Maske getragen wird, also im Handel, Bibliotheken und Museen, soll bundesweit FFP2 der Standard sein, wie es in Wien schon seit vielen Wochen der Fall ist. Eine Erleichterung wurde für die Länder beschlossen. Die zuletzt umstrittenen, weil personalintensiven Ausreisekontrollen aus den Bezirken, die in Oberösterreich beinahe flächendeckend galten, fallen.

Beim Impfen sinkt die Gültigkeit des Nachweises nach dem zweiten Stich ab 6. Dezember von 360 auf 270 Tage. Das gleiche gilt auch für die Booster-Impfung. Eine weitere Sonderregel gilt für jene, die mit dem ursprünglich als Einmal-Impfstoff konzipierten Vakzin von Johnson&Johnson immunisiert wurden. Sie müssen bis 2. Jänner nachimpfen, sonst erfüllen sie ab dann 2G nicht mehr.

2G dürfte Standard werden

Die in Rekordhöhen schießenden Corona-Infektionszahlen dürften zu weiteren Verschärfungen für Personen führen, die weder genesen noch geimpft sind. Vor einem Treffen von Regierung und Landeshauptleuten Freitagabend gingen mehrere Sitzungsteilnehmer davon aus, dass die 2G-Regel breit ausgerollt wird. Das heißt, man wird wohl z.B. die Gastronomie nicht mehr nützen können, wenn man nur getestet ist.

Ein entsprechendes Vorhaben für die Bundeshauptstadt hatte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bereits am Vortag für Wien angekündigt. Bei seinem Eintreffen im Bundeskanzleramt meinte er, diese Vorgangsweise auch für den Bund vorschlagen zu wollen. Ludwig plädiert dafür, hier im Konsens vorzugehen. Schließlich gehe es um die Gesundheit und das Leben der Menschen. Am Arbeitsplatz soll 2,5 G herrschen. Damit wäre alternativ zur Impfung auch ein PCR-Test möglich.

Gerade in diesem Punkt ist Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zurückhaltend. Er plädierte Freitagabend für entsprechende Übergangsfristen, um die Maßnahmen auch umsetzen zu können. Grundsätzlich geht er davon aus, dass ansonsten, etwa bei Gastronomie und Veranstaltungen, 2G künftig Standard sein wird. Mit dieser Regelung hofft Kaiser auch, die Wintersaison retten zu können.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hält ebenfalls einiges von der 2G-Regelung, ohne den Gesprächen vorgreifen zu wollen. Wichtigste Botschaft von ihm war, dass der „Fleckerlteppich“ aufhören müssen, also die Länder einheitliche Regeln aufstellen sollten. Kaiser unterstützte das zwar an sich, will aber, dass auch Ziele definiert werden, ab denen Maßnahmen in einzelnen Ländern zurückgenommen werden können.

Vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) war in der „Kleinen Zeitung“ ebenfalls ein Alarmruf gekommen. „Es ist fünf nach zwölf. Wenn wir nicht in einen vierten Lockdown hineintaumeln wollen, müssen wir jetzt entschlossen handeln“, wird er zitiert. Der steirische Landeshauptmann legt sich auch nicht gegen die Einführung der 2G-Regelung in der Gastronomie quer. „Das ist für mich vorstellbar.“

Spannend wird die Position des Burgenlands sein. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), der nur per Video an der Sitzung teilnimmt, hatte zuletzt auf die Sonderposition seines Bundeslands mit der höchsten Impfquote verwiesen und sich im Burgenland gegen Verschärfungen ausgesprochen. Doskozil hatte ja mit Anreizen wie einer Impf-Lotterie operiert.

Als alarmierend bezeichnete Bernhard Wurzer von der Österreichischen Gesundheitskasse gegenüber der APA die aktuellen Zahlen. Eine Verschärfung der Maßnahmen sei unumgänglich, etwa eine österreichweite 2G-Regel in bestimmten Bereichen: „Außerdem müssen wir Wege finden, Menschen, die bisher gezögert haben, von der hohen Wirksamkeit der Impfung zu überzeugen.“

Kickl protestiert gegen das „Aussperren“ Ungeimpfter

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat Freitagabend wie erwartet gegen die Ankündigung der Bundesregierung protestiert, eine Corona-2G-Regelung in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens ab Montag in Kraft zu setzen. Es gebe keine logische Erklärung dafür, gesunden und getesteten Menschen den Zutritt zu Hotellerie und Gastro zu verweigern, kritisierte er in einer Aussendung das „Aussperren“. Die NEOS sahen die Notbremse gezogen, vermissten aber ein Ziel der Regierung.

Kickl sprach vom „weiteren Fahrplan für die Corona-Repressalien“ und vermisste Einsicht. „Es zeigt sich eindeutig, dass die Regierung auch weiterhin auf den Ankündigungsriesen und Wirkungszwerg Corona-Impfung setzt und nur ein Ziel hat: die Menschen in die Nadel treiben - ohne Wenn und Aber“, meinte er. Er verlangte flächendeckenden Antikörpertests, Freiwilligkeit bei Tests und Impfungen und eine sofortigen ärztlichen Behandlung erkrankter Personen, noch bevor diese im Krankenhaus oder auf der Intensivstation landen.

Das wäre alles nicht notwendig gewesen“, meinte NEOS-Vizeklubobmann Gerald Loacker zu dem aus seiner Sicht viel zu späten Reagieren. Nun müsse - notwendigerweise - wieder die Notbremse gezogen werden, um die Spitäler nicht noch mehr zu überlasten. „Einen Plan, wie wir wieder ins Fahren kommen, hat die Regierung aber immer noch nicht“, kritisierte er: „Was völlig fehlt, ist ein Ziel. Wie lange sollen die neuen Maßnahmen jetzt gelten - bis die Belegung auf den Intensivstationen wieder auf 200 zurückgegangen ist, auf 100, auf null? Und was dann?“ Entscheidend sei, mehr Menschen zur Impfung zu motivieren.

Gartlehner: Falls 2G nicht reicht, Quarantäne für Geimpfte

Seit Montag gilt in Österreich eine umfassende 2G-Regelung, weitere Schritte sind aber nicht ausgeschlossen „Wenn die 2G-Regel nicht greift, ich glaube der nächste Schritt - so unpopulär das sein mag - wird wahrscheinlich sein, dass in manchen Bundesländern auch Geimpfte wieder in Quarantäne müssen, wenn sie exponiert waren“, sagte der Epidemiologe Gerald Gartlehner am Rande einer Pressekonferenz. Nach fünf Tagen sollte ein „Freitesten" möglich sein, erläuterte der Mediziner.

Geimpfte könnten sich infizieren und „wir wissen auch, dass die Viruslast sehr hoch sein kann, so hoch wie bei Nicht-Geimpften, allerdings dann relativ rasch abfällt“, erläuterte der Experte vom Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Donau-Universität Krems. Ob das Aufrechterhalten der 2G-Regelung bis Weihnachten ausreicht, „kann niemand wirklich seriös vorhersagen“, erläuterte Gartlehner.

Es sei unklar, wie die dritte Impfung angenommen wird, wie hoch die Hintergrundimmunität ist und wie schnell die Immunität bei Geimpften abnimmt. „Wir sehen schon einen gewissen ersten Erfolg der 2G-Regelung, nämlich dass die Erstimpfungen ansteigen. Die helfen uns bei dieser Welle aber nichts, weil diese Personen erst in ungefähr sechs Wochen immun sind.“

"Wenn mit der 2G-Regelung die Dynamik nicht unter Kontrolle gebracht wird, dann braucht es wahrscheinlich wirklich noch zusätzliche Schritte“, meinte der Universitäts-Professor. „Ich halte einen generellen Lockdown für ganz Österreich wirklich für unwahrscheinlich, weil das Burgenland mit mehr als 70 Prozent durchgeimpft ist, auch Wien steht derzeit relativ gut da“, sagte Gartlehner. „Bundesländer mit schlechter Impfquote und sehr hohen Infektionszahlen haben natürlich einen sehr gefährlichen Mix, da ist es nicht auszuschließen.“

Vom „Hype" um ein Covid-19-Medikament von Pfizer wolle er sich nicht mitreißen lassen, betonte der Epidemiologe. Niemand kenne die Studien genau, es brauche noch mehr Daten und Kontrolle. Seines Wissens seien die Studien wegen eines großen Effekts vorzeitig beendet worden. Die Forschung wisse von anderen Beispielen, dass so ein Effekt nicht wirklich immer hält, wenn das Medikament größer ausgerollt wird, warnte Gartlehner vor zu großen Hoffnungen.

Ruf nach 2G in Deutschland wird lauter

Nach der Verschärfung der Corona-Regeln in Österreich wird auch in Deutschland der Ruf nach stärkeren Einschränkungen für Ungeimpfte lauter. Ärztepräsident Klaus Reinhardt verlangt, auch hierzulande nur noch Geimpften oder Genesenen den Besuch von Restaurants, Veranstaltungen oder Kinos zu erlauben. Ähnlich äußerte sich der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, die 2G-Regel solle „am besten in allen Bereichen greifen, die nicht wie Lebensmittelgeschäfte oder Drogerien zum täglichen Bedarf gehören“. Österreich hatte am Freitagabend eine landesweite 2G-Regel für Gastronomie, Friseure und Veranstaltungen beschlossen. Die Bundesregierung folgte damit der Hauptstadt Wien, die entsprechende Maßnahmen bereits am Donnerstag angekündigt hatte.

In Deutschland setzt ab Montag als erstes Bundesland Sachsen die 2G-Regel in Teilen des öffentlichen Lebens flächendeckend und verpflichtend um. Damit haben nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt etwa zur Innengastronomie, Diskotheken oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Auch Großveranstaltungen wie Fußball im Stadion sind betroffen, der Einzelhandel oder Gottesdienste nicht.

Notfalls Lockdown-Maßnahmen für Ungeimpfte

Der Präsident der deutschen Bundesärztekammer forderte die Politik zum Handeln auf. „Wir brauchen jetzt klare Regeln, um die Infektionsketten zu durchbrechen“, sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Der Besuch etwa in der Gastronomie, bei Veranstaltungen oder im Kino sollte nur noch Genesenen und Geimpften vorbehalten bleiben.“

Notfalls seien sogar Lockdown-Maßnahmen für Ungeimpfte notwendig: „Wenn es darum geht, die stationäre Versorgung zu sichern, finde ich das gerechtfertigt. Schließlich sind es derzeit vor allem die Ungeimpften, die mit schweren Covid-Verläufen in den Kliniken behandelt werden müssen“, sagte Reinhardt. Auch der Arbeitsplatz müsse sicherer werden. „Das heißt: geimpft, genesen oder getestet.“

RKI registrierte 34.002 Neuinfektionen in Deutschland

Ähnlich äußerte sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. „Es braucht verpflichtend 3G am Arbeitsplatz in ganz Deutschland“, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Und die Arbeitgeber müssen das Recht haben, zu fragen, ob die Angestellten geimpft sind oder einen Test gemacht haben.“ In manchen Corona-Hotspots im Freistaat wird auch die 2G-Regel schon angewendet. Bayern zählt zu den Bundesländern mit den höchsten Corona-Inzidenzen.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat sich zuletzt rasant beschleunigt. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten Rekordwerte bei den Neuinfektionen, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Samstag weiter auf 183,7 an (Vorwoche 145,1, Vortag 169,95). Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gab es binnen eines Tages 34.002 Corona-Neuinfektionen. Am Freitag war mit 37.120 Fällen ein absoluter Rekord verbucht worden. Innerhalb eines Tages gab es weitere 142 Todesfälle.

Rekord mit 9.943 Neuinfektionen, 137 Tote in einer Woche

Mit 9.943 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist am Samstag in Österreich ein neues Allzeit-Hoch seit Ausbruch der Pandemie erreicht worden. Der bisherige Höchstwert vom 13. November 2020 - damals hatte man 9.586 Infektionen verzeichnet - wurde damit deutlich übertroffen. Beim Sieben-Tages-Schnitt hält man mittlerweile bei 7.148 Infektionen pro Tag. Innerhalb eines Tages sind weitere 31 Personen mit Covid-19 gestorben. In der vergangenen Woche waren es insgesamt 137.

Mit derart rasanten Zuwächsen bei den Infektionszahlen - am vergangenen Samstag hatte es 6.102 neue Fälle gegeben, der aktuelle Wert entspricht einer Zunahme von knapp 63 Prozent innerhalb einer Woche - hatte nicht einmal das Covid-Prognosekonsortium in seiner letzten Vorschau gerechnet. Die Experten waren bei ihren Berechnungen für den 6. November von einem Sieben-Tages-Schnitt von 6.413 ausgegangen, als Konfidenzintervall wurde ein Rahmen zwischen 5.767 und 7.521 ausgegeben.

34 weitere Patientinnen und Patienten mussten seit Freitag auf Covid-Stationen aufgenommen werden. Mittlerweile werden hierzulande in den Krankenhäusern 1.856 Corona-Patienten behandelt, auf den Intensivstationen liegen inzwischen 359 schwer an Covid-19 Erkrankte. Innerhalb einer Woche sind auf den Intensivstationen 86 Covid-19-Patientinnen und Patienten hinzugekommen, seit Freitag waren es drei.

Dass die Zuwächse auf den Intensiv- und Normalstationen noch im Rahmen geblieben sind und im Intensiv-Bereich vorerst nicht - wie vom Prognosekonsortium befürchtet - die 400er-Marke überschritten haben, dürfte damit zusammen hängen, dass in den vergangenen Tagen außergewöhnlich viele Todesfälle zu beklagen waren. Von den 34 Toten, die seit Freitag dazu gekommen sind, entfielen acht auf Niederösterreich, jeweils sechs auf Oberösterreich und Wien, fünf auf das Burgenland und je zwei auf Salzburg und Kärnten. Jeweils ein neuer Todesfall kam in Tirol und der Steiermark dazu. Statistisch betrachtet sind im Schnitt in der abgelaufenen Woche in Österreich täglich 19,6 Personen an bzw. mit Covid-19 gestorben. In den vergangenen sieben Tagen wurden 137 Todesfälle registriert. Insgesamt hat Covid-19 seit Ausbruch der Pandemie 11.482 Tote in Österreich gefordert. Je 100.000 Einwohner sind seit Beginn der Pandemie 128,5 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Sieben-Tages-Inzidenz bei 560,1 Fälle je 100.000 Einwohner

Mit 2.791 Infektionen trug Oberösterreich mit fast 28 Prozent aller neuen Fälle maßgeblich zum immer Besorgnis erregenderen Infektionsgeschehen in Österreich bei. 1.788 Neuinfektionen gab es in Niederösterreich, 1.207 in der Steiermark, 1.121 in Wien, 1.021 in Salzburg, 795 in Tirol, 636 in Kärnten, 330 in Vorarlberg und 254 im Burgenland, teilten Innen- und Gesundheitsministerium mit.

Aktuell liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 560,1 Fälle je 100.000 Einwohner. Am Samstag gab es in Österreich 68.016 aktive Fälle, um 5.357 mehr als am Freitag. Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz ist derzeit Oberösterreich mit 862,1, gefolgt von Salzburg, Niederösterreich und Vorarlberg (841,1, 586,8 bzw. 505,5). Danach folgen Kärnten (503,3), Tirol (498,7), die Steiermark (493,5), das Burgenland (396,9) und Wien (340,4).

In den vergangenen 24 Stunden wurden mehr als eine halbe Million PCR- und Antigenschnelltests eingemeldet. Exakt waren es 582.746, davon 186.022 aussagekräftige PCR-Tests. Die Positiv-Rate der PCR-Tests betrug 5,3 Prozent - sie ist damit signifikant angestiegen, denn durchschnittlich waren in der vergangenen Woche 3,8 Prozent der PCR-Tests positiv.

Steigende Impfbereitschaft

Es gab allerdings auch eine gute Nachricht von der Corona-Front. Die Impfbereitschaft der Bevölkerung nimmt - wohl nicht zuletzt aufgrund der anstehenden 2G-Regelungen im Freizeit- und Gastronomiebereich - wieder zu. Allein am Samstag sind fast 32.000 Impfungen durchgeführt worden, jede dritte davon „Erststiche“. Inklusive der Auffrischungsimpfungen gab es diese Woche schon 213.000 Impfungen - so viele wie zuletzt Anfang August.

Bei den meisten am Samstag durchgeführten Impfungen handelt es sich um „Booster-Impfungen“ (17.113), wie aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Hier wurde also der bestehende Impfschutz aufgefrischt. Weitere 4.300 Personen haben sich am Samstag den zweiten Stich abgeholt (auch davon wohl ein Teil Auffrischungsimpfungen nach einer Johnson & Johnson-Impfung).

Weitere 10.488 Österreicherinnen und Österreicher haben sich am Samstag ihre Erstimpfung geholt. Am meisten waren es mit 2.245 in Wien vor Kärnten mit 2.105, Niederösterreich (1.638) und Tirol (1.460). In Oberösterreich, dem Land mit der geringsten Durchimpfung in Österreich, waren es 1.150 Erststiche.

Bereits vor 2G-Ankündigung Anstieg bei Impfungen

Allerdings hatte es schon am Freitag - also noch vor der offiziellen Ankündigung der ab Montag geplanten „2G-Regel“ - einen deutlichen Anstieg der Impfungen gegeben. Unter anderem wurden am Freitag 17.011 Erstimpfungen verabreicht. Insgesamt sind diese Woche somit mehr Impfungen durchgeführt worden als in jeder anderen Woche seit der ersten Augustwoche.

Damals waren es 262.341 Impfungen, nun (noch ohne Sonntag) verzeichnet das Impfregister 213.406 Impfungen. Davon war gut ein Viertel Erstimpfungen (62.720) - so viele wie seit Ende Juli nicht mehr. Der Großteil entfiel diese Woche aber auf Drittstiche (113.350).

Insgesamt verfügen in Österreich 65 Prozent der Bevölkerung über ein gültiges Impfzertifikat. Am höchsten ist die Durchimpfung in den Bezirken Oberpullendorf und Mistelbach mit über 74 Prozent. Schlusslichter sind dagegen die Bezirke Braunau mit 53 und Spittal an der Drau mit knapp 56 Prozent geimpfter Bevölkerung.