Corona-Impfstoff

57.700 Impfungen in Wien bis Ende der Woche vorgesehen

Bis zum Ende dieser Woche sollen laut Wiener Impfplan insgesamt 51.300 Personen in der Bundeshauptstadt die erste Coronavirus-Impfung erhalten haben. Zusätzlich sollen 6.400 weitere Personen den Zweitstich - für die Wirkung des Impfstoffes sind zwei Dosen notwendig - erhalten haben, womit insgesamt 57.700 Mal geimpft wurde.

red/Agenturen

18.000 Bewohner von Wiener Pflegewohnheimen sollten bis 31. Jänner eine Impfung gegen SARS-CoV-2 bekommen haben. Im innerklinischen Bereich wurde laut Stadt Wien 20.560 Mal geimpft, im niedergelassenen Bereich - dazu zählen auch Ordinationen - 8.500 Mal. Jeweils 1.000 Impfdosen wurden bei den Rettungsdiensten sowie an Hochrisikogruppen und Über-80-Jährige verimpft. Im Bereich der mobilen Pflege haben 1.500 Personen eine Impfung erhalten.

Aktuell geht die Stadt Wien davon aus, dass bis Anfang April zumindest 108.700 Wienerinnen und Wiener gegen Covid-19 geimpft sein werden. Der Wiener Gesundheitsverbund stellte am Donnerstagnachmittag auf APA-Anfrage klar, dass ungeachtet der Lieferverzögerungen bei den Impfstoffen gewährleistet ist, dass sämtliche Spitalsmitarbeiter, die bereits eine Erstimpfung erhalten haben, ihre Zweitimpfung zum vorgesehenen Termin erhalten werden. In den anderen Fällen werde es zu einer einwöchigen Verzögerung kommen, hieß es.

Bisher knapp 150 Nachweise von britischer Mutation

Auf Basis von Analysen des Erbguts von SARS-CoV-2-Viren in Proben, bei denen der Verdacht auf das Vorliegen der neuen Virus-Varianten bestand, wurden bis dato 149 Nachweise der britischen Variante („B.1.1.7“) und drei Bestätigungen der Südafrika-Variante („B.1.351“) erbracht. Das geht aus einer Aussendung des Gesundheitsministeriums hervor. Für eine österreichweite Einschätzung des Trends brauche es noch zusätzliche Daten, heißt es darin.

Ursprünglich war für Donnerstagmorgen eine Pressekonferenz zu „Aktuellen Erkenntnissen zur Verbreitung der Coronavirus Mutanten in Österreich“ vorgesehen, die kurzfristig abgesagt wurde. Stattgefunden habe aber ein Arbeitsgespräch zwischen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Katharina Reich, Chief Medical Officer im Gesundheitsministerium, dem Simulationsforscher Niki Popper von der Technischen Universität (TU) Wien und Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), bei dem der Stand zur Überwachung der österreichweiten Verbreitung der neuen Virus-Mutationen besprochen wurde.

Per heutigem Tag stünden den 152 Varianten-Nachweisen mit der aufwendigen Ganzgenomsequenzierung rund 14.800 aktive Corona-Fällen in Österreich gegenüber. Proben aus Kläranlagen deuten darauf hin, dass die Varianten-Verteilung regional relativ uneinheitlich ist, heißt es. So stehe dem 71-Prozent-Anteil an B.1.1.7-Mutationen in einer Kläranlagen-Probe im niederösterreichischen Bad Vöslau vom 12. Jänner ein 17-Prozent-Anteil in einer am 11. Jänner entnommenen Abwasserprobe aus Wien gegenüber. Dieser Wert ähnelt jenem, den die Erbgut-Sequenzierung von insgesamt 256 positiven Proben von Wiener Teststraßen und dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Wien Mitte des Monats ergab: Hier wurde die britische Variante in 40 Fällen (15,6 Prozent der Stichprobe) nachgewiesen. Die südafrikanische Variante wurde ein Mal entdeckt.

Keine Anzeichen in Kläranlagen anderer Städte

In anderen beprobten Kläranlagen, wie etwa in Bregenz, Klagenfurt und Salzburg Stadt fanden sich keine Anzeichen für die neuen Varianten, heißt es in der Aussendung. Bereits länger bekannt war, dass in einer anderen Kläranlage im Land Salzburg die Werte bereits Anfang Jänner über 54 Prozent der dort detektierten Coronaviren erreichten. Das Ministerium betont nun, dass diese Zahlen „keinen direkten Rückschluss auf die Inzidenzen im jeweiligen Einzugsgebiet der Kläranlage“ erlauben, „regionale Vergleiche und die Untersuchung von Veränderungen und Trendentwicklungen über die Zeit“ jedoch ermöglichen.

Über das österreichweite „DINÖ System“ (Diagnostisches Influenzanetzwerk Österreich) wurden in 78 Proben (Entnahmedatum: 11. und 15. Jänner) fünf Mal die englische Variante per Ganzgenomsequenzierung gefunden. Das entsprich einem Anteil von 6,4 Prozent. „Weitere Ganzgenomsequenzierungen aus dem Burgenland ergaben in acht Prozent die englische Variante (sieben von 87) und keinen bestätigten Fall für eine Variante in den 70 untersuchten Proben aus Salzburg, Vorarlberg und Kärnten“, so das Gesundheitsministerium.

„Die riskanten Virus-Varianten sind in Österreich angekommen und nachweisbar. Bisher ist das nachgewiesene Vorkommen allerdings extrem regional unterschiedlich und gleichzeitig liegen uns noch zu wenige Zeitreihen für die Bewertung der Ausbreitungsdynamik vor“, so Anschober: „Um ein einheitlicheres Bild über die Gesamtlage in Österreich zu bekommen, brauchen wir weitere Daten und Parameter, damit wir über mögliche Öffnungsschritte faktenbasiert entscheiden zu können“. Ein „vollständigeres Bild“ soll in den kommenden Tagen im Zusammenarbeit mit Experten der AGES und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erstellt werden. Anschober: „Durch die Einbeziehung und Kooperation der ExpertInnen dieser Institutionen wird die Grundlage für die Entscheidungsfindung in Bezug auf Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geschaffen. Die Ergebnisse dieser Konsultation werden in weiterer Folge natürlich auch öffentlich präsentiert.“

 

 

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