Ab Montag kostenlose Antigen-Tests in steirischen Apotheken

Ab Montag werden bei rund 150 von 204 steirischen Apotheken Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus gratis angeboten. Das haben Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) und Gerhard Kobinger, Präsident der Apothekerkammer Steiermark, am Freitag angekündigt. Damit soll ein niederschwelliges Angebot für alle jene vorhanden sein, die nicht mehr so mobil sind und zu keiner der ab Montag 23 Teststraßen des Landes Steiermark kommen können.

red/Agenturen

"Die Tests sind damit ortsnahe und für all jene, die es brauchen", sagte die Landesrätin und sprach von einer logistischen Herausforderung, so kurzfristig genug Schutzausrüstung und vor allem auch genug Tests zu organisieren. Kobinger und Bogner-Strauß baten für den Start noch um etwas Nachsicht, wenn es noch eine "Zettelwirtschaft" sein sollte, man arbeite noch an der Anbindung an die elektronische Gesundheitsakte ELGA. Vorerst seien die Anmeldungen für die Tests bei den teilnehmenden Apotheken auch nur telefonisch möglich, doch auch online sollte das bald möglich sein.

Kobinger sagte, dass bisher rund 50 steirische Apotheken Tests gegen Entgelt angeboten haben, sie sind nun auch wieder mit dabei sowie auch rund 100 weitere Apotheken. "Es gab einen flammenden Appell an unsere Apotheker, mitzumachen und zu helfen und es haben sich schon viele bereit erklärt." Manche werden zwar wegen fehlender Räumlichkeiten nicht mitmachen können, aber man hoffe, dass der Großteil die Antigen-Tests anbieten wird.

Harald Eitner, Leiter der Fachabteilung für Katastrophenschutz, schilderte, dass die Teststraßen des Landes am Montag auf 23 Standorte aufgestockt werden - Spielfeld kommt neu hinzu. Außerdem habe man mit zusätzlichen Teststraßen die Gesamtkapazität pro Woche von bisher 85.000 auf 200.000 hochgeschraubt. Die Apotheken ergänzen das Angebot, da auch die Teststraßen des Landes für manche sehr weite Fahrwege bedeuten würden, so Eitner.

Indessen haben sich am Freitag auch die Ärzte und Ärztinnen mit einer Aussendung zu Wort gemeldet: Sie haben sich ebenfalls für die Durchführung von Antigen-Tests bereit erklärt: Der Bund habe offenbar vergessen, dass Tests für Gesunde in Arztpraxen "als beste und einfachste Lösung für die Bevölkerung anzuerkennen und die Kosten dafür zu übernehmen, statt sie nur in aufwändige Teststraßen zu treiben". Das sei eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber der Bevölkerung, sagte der Präsident der Ärztekammer Steiermark, Herwig Lindner. Das müsse spätestens jetzt korrigiert werden.

Die Ärztekammer kritisierte, dass in den rund 300 Arztpraxen, die in der Steiermark den Test schon länger anbieten, die Menschen selbst für die Kosten aufkommen müssen. Bezahlt werden bisher nur die Tests für Kranke und Menschen mit Symptomen. "Diese Einschränkung muss umgehend aufgehoben werden, im Interesse der Bevölkerung, aber auch im Interesse der Friseure und anderer körpernaher Dienstleister, die nur negativ getesteten Kunden Zutritt geben dürfen."

Landesrätin Bogner-Strauß meinte dazu: "Ich hoffe, dass die Ärzte dann bei den Impfungen mitmachen, ich halte das für eine gute Aufteilung. Das allerbeste wäre natürlich, wenn Ärzte und Apotheker beides machen würden, aber dafür ist der Bund zuständig."

Die Kosten für die Tests bei den Apotheken übernimmt übrigens der Bund, sagte die Landesrätin. Laut Kobinger erhalten die Apotheker und Apothekerinnen pro Test 25 Euro Kostenersatz, womit aber auch Schutzausrüstung und das Testmaterial gedeckt werden.