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Ärztemangel

ÄK: Patientenmilliarde muss ins Gesundheitssystem investiert werden

Die kürzlich von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner präsentierten Lösungsansätze zum Ärztemangel gehen dem Vizepräsidenten der Ärztekammer nicht weit genug. Neben der angekündigten Patientenmilliarde‘ fordert Steinhart auch den Ausbau der Kassenplanstellen in unterversorgten Bereichen.

red/Agenturen

Johannes Steinhart, Ärztekammervizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, zeigt sich „grundsätzlich erfreut“, dass SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner den Ärztemangel in Österreich – und da konkret den Hausärztemangel – auf ihre oppositionspolitische To-Do-Liste gesetzt hat. „Leider fällt ihr das aber erst jetzt als Oppositionschefin ein, denn in ihrer Zeit als Gesundheitsministerin hatte sie die Warnungen der Ärztekammer nicht ernst genug genommen“, so Steinhart.

Die von Rendi-Wagner präsentierten Lösungsansätze gehen Steinhart aber nicht weit genug: „Primärversorgungszentren (PHC) und Digitalisierung werden unsere Probleme nicht lösen.“ Vielmehr brauche es dringend und rasch ganz konkrete Schritte, um dem Ärztemangel zu begegnen. Steinhart: „An allererster Stelle fordere ich diesbezüglich von der aktuellen Bundesregierung, dass die angekündigte ‚Patientenmilliarde‘ jetzt fließen muss und in die Gesundheitsversorgung investiert wird.“ In diesem Zusammenhang fordert Steinhart auch den dringend nötigen Ausbau der Kassenplanstellen in unterversorgten Bereichen. Darunter fallen zum Beispiel die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung oder die Bereiche Krebstherapie, Schmerztherapie sowie Nuklearmedizin, wo es aktuell noch überhaupt keine kassenärztliche Versorgung gibt.

„Ich appelliere an die Bundesregierung, unsere Warnungen ernst zu nehmen und aktiv zu werden, damit die Gesundheitsversorgung der Österreicherinnen und Österreicher auf dem hervorragenden Niveau bleiben kann, um das wir weltweit noch beneidet werden. Ohne gezielte Maßnahmen steuern wir nämlich auf Versorgungsengpässe zu, und auch eine dauerhafte Entlastung der schon jetzt überlasteten Spitalsambulanzen wird nicht möglich sein“, so Steinhart abschließend.

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Bernhard Noll