Coronavirus

Ärzte ohne Grenzen senden Schutzausrüstung nach China

Die Entsendung spezieller medizinischer Schutzausrüstung nach Wuhan in das Jinyintan-Krankenhaus der Provinz Hubei, dem Epizentrum des aktuellen Ausbruchs des Coronavirus COVID-19 in China, haben die Ärzte ohne Grenzen am Freitag vermeldet. Ende Jänner wurde in Hongkong zudem ein Projekt gestartet, das gefährdete Menschen mit Informationen über das Virus versorgen soll.

red/Agenturen

„Medizinische Schutzausrüstung ist entscheidend. Wir wollen also dazu beitragen, die Mitarbeiter an vorderster Front mit der spezifischen Schutzkleidung zu unterstützen, die sie benötigen, um bei einem Ausbruch dieser Größenordnung sicher arbeiten zu können", erklärte Gert Verdonck, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen für COVID-19. Das 3,5 Tonnen schwere Material wird vom Logistikzentrum in Brüssel aus über die Hubei Charity Federation an das Krankenhaus in Wuhan versandt. Dieses sei eines der führenden Spitäler für die Behandlung von COVID-19-Patienten.

Zum Hongkong-Projekt hieß, dass das Einbeziehen lokaler Bevölkerungsgruppen bei der Bekämpfung von Epidemien immer ein entscheidender Faktor sei. Man konzentriere sich auf Gruppen, die mit geringerer Wahrscheinlichkeit Zugang zu wichtigen medizinischen Informationen haben, wie sozioökonomisch benachteiligte Menschen, und es richtet sich auch an ältere Menschen. „Unsere Teams haben in den letzten Wochen bereits persönliche Gespräche mit Straßenreinigern, Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie mit Sehbehinderten geführt", sagte Karin Huster, die das Projekt leitet. Angst könne sich oft schneller ausbreiten als ein Virus, „daher ist es für uns von zentraler Bedeutung, den Menschen bei der Bewältigung ihres Stresses und ihrer Angst zu helfen."

Nach Hongkong wird zudem eine Tonne Schutzausrüstung an den Rettungsdienst der Johanniter gesendet. Deren Sanitäter transportieren Hochrisikopatienten. In anderen Ländern, in denen Ärzte ohne Grenzen Hilfsprojekte betreibt, bereiten sich die Teams auf den Fall eines COVID-19-Ausbruchs vor. In mehreren Ländern, vor allem in Süd- und Südostasien, steht Ärzte ohne Grenzen mit den Gesundheitsbehörden in Kontakt und bietet Unterstützung an, falls dies erforderlich sein sollte. Dazu gehört die Schulung von Gesundheitspersonal, ähnlich der Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2003 während des Ausbruchs des schweren akuten Atemwegssyndroms (SARS), das durch einen verwandte Variante des Coronavirus verursacht wurde.