Coronakrise

Ärztekammer kritisiert Lockerungen scharf

Die Ärztekammer hat am Donnerstag mit scharfer Kritik auf die Aufhebung fast aller Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und das Aussetzen der Impfpflicht reagiert. Auf eine Bevölkerungsgruppe sei dabei vergessen worden, meinte Harald Mayer, Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, in einer Aussendung: „An das Spitalspersonal denkt wieder einmal niemand.“

red/Agenturen

Während bei den Infektionszahlen aktuell Rekordwerte erreicht werden, sind laut Mayer die Covid-Normalstationen bereits so stark ausgelastet, „dass uns bereits die Betten ausgehen und dass ein Teil des Personals entkräftet und entnervt bzw. infiziert ist, reihenweise kündigt oder Versetzungen anstrebt.“ Das Wohl der Patient:innen sei gefährdet, Ärzt:innen und Pfleger würden sich von der Politik im Stich gelassen fühlen: „Die Folgen der Lockerungen müssen wieder jene ausbaden, die sich seit Pandemiebeginn für andere aufopfern und unsere Patientenversorgung trotz Krisenmodus auf Top-Niveau aufrechterhalten.“

Mayer appellierte an die Politik, insbesondere an den neuen Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne), bei den Entscheidungen „nicht nur an den kurzfristigen Applaus“ zu denken, sondern zu hinterfragen, „ob wirklich alle Lockerungen im Sinn einer gelebten gesundheitspolitischen Solidarität sein müssen“. In diesem Zusammenhang forderte der Bundeskurienobmann explizit die Wiedereinführung „einer strengeren FFP2-Maskenpflicht, insbesondere in Innenräumen“.