AGES weist künftig Inzidenz nach Immunstatus aus

Das Infektionsrisiko ist für nicht gegen das Coronavirus immunisierte Personen deutlich höher als für Geimpfte oder Genesene. Das zeigt eine neue Auswertung der AGES. Demnach ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei nicht immunisierten Erwachsenen sechsmal so hoch wie bei vollständig Geimpften und fast viermal so hoch wie bei unvollständig Geimpften oder Genesenen. Letztere wurden erstmals gesondert erfasst.

red/Agenturen

Dass unvollständig oder nicht Geimpfte deutlich stärker von Infektionen betroffen sind, ist durch frühere Auswertungen der AGES bekannt. In den am Freitag veröffentlichten Zahlen unterscheidet die Gesundheitsagentur nun drei Gruppen: Menschen ohne Immunschutz, solche mit „unzureichendem Immunschutz" (darunter fallen sowohl ungeimpfte Genesene als auch unvollständig Geimpfte) und Personen mit „ausreichendem Immunschutz" (also vollständig Geimpfte oder nach einer Genesung Geimpfte).

Die Zahlen weisen für Menschen ohne Immunschutz ein deutlich höheres Risiko aus als für die anderen beiden Gruppen. Dies gilt sowohl für die bloße Infektion mit dem Coronavirus als auch für das Risiko in weiterer Folge mit Covid-19-Symptomen zu erkranken. So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der symptomatischen Fälle pro 100.000 vollständig geimpften Erwachsenen (18 bis 59 Jahre) aktuell bei 240 (Stand 25. November). Bei den Genesenen oder unvollständig Geimpften liegt die Inzidenz bei 388. Und bei Menschen ohne Immunschutz liegt sie bei 1.500 - also um das gut Drei- bis Fünffache höher. Noch größer ist der Unterschied bei Jugendlichen unter 18 sowie Seniorinnen und Senioren über 60.

Zwar deuten die Zahlen auf einen Rückgang der symptomatischen Erkrankungen hin: die AGES weist für die letzten fünf Tage ihrer Zeitreihe sinkende Inzidenzen aus. Allerdings gelten die letzten sieben Tage in der Statistik wegen der unsicheren Datenlage noch als wenig aussagekräftig.