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Coronavirus 

Anschober: Alle Altersheime sollen durchgetestet werden

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstag eine Ausweitung der Tests auf SARS-CoV-2 angekündigt. Wie Anschober ankündigte, sollen alle Bewohner sowie alle Mitarbeiter in Pflege- und Altersheimen in Österreich getestet werden. Indes hat sich der Rückgang der „aktiven“ an dem Coronavirus erkrankten Österreicher am Donnerstag weiter fortgesetzt und zwar massiv.

red/Agenturen

Insgesamt gehe es um 130.000 Menschen, sagte Anschoberwährend einer Pressekonferenz in Wien. Die internationale Erfahrung zeige, „dass dieser Bereich der Bereich mit dem größten Risiko ist“, meinte Anschober und verwies auf wissenschaftliche Studien. „Deswegen wollen wir hier einen wirklich zentralen Schwerpunkt realisieren, um diese nicht weniger als 918 Alten- und Pflegeheime quer durch, flächendeckend zu testen.“

Eine andere Gruppe, die künftig verstärkt getestet werden soll, sind Mitarbeiter im Handel. Insgesamt solle es eine neue Teststrategie durch mehr Schwerpunkte mit zielgerichteten und schnelleren Tests geben.

Christoph Steininger, Infektiologe an der Med-Uni Wien plädierte ebenso dafür die Testkapazitäten hochzuschrauben. In einem Web-Seminar zur Coronavirus-Krise beschrieb er, dass dies nicht einfach ist, weil viele Materialien etwa aus Südkorea kommen würden. Steininger bemühe sich daher um eine „österreichische Lösung mit österreichischen Betrieben“ für die Beschaffung von Enzymen und Reagenzien, um „autarker hinsichtlich der Versorgungsschwankungen zu sein“, wie er am Donnerstag erklärte.

Testungen in Vorarlberger Heimen bereits angelaufen

Die von Bundesminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag angekündigte Durchtestung der Senioren- und Pflegeheime auf den Coronavirus ist in Vorarlberg bereits angelaufen. Zwei Einrichtungen mit 75 bzw. 171 Personen wurden schon durchgetestet, informierte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) am Donnerstag. In weiteren drei Heimen starte die Testabnahme am Freitag.

„Wir haben für Vorarlberg festgelegt, dass wir zuerst die Heime mit der höchsten Dringlichkeit - das sind jene fünf, in denen schon positive Fälle aufgetreten sind - selbst im Land testen“, sagte Rüscher. In diesen Heimen werden jeweils zwei Testläufe durchgeführt. Abhängig vom Ergebnis des ersten Durchgangs wird bei der Folgetestung voraussichtlich nur noch das Personal ein zweites Mal überprüft.

Zwei Einrichtungen mit 75 bzw. 171 Personen schon durchgetestet

Schon erfolgt ist die zweimalige Durchtestung im Haus Klostertal in Innerbraz (Bez. Bludenz, 75 Personen) sowie die Durchtestung im Senecura-Heim „In der Wirke“ in Hard (Bez. Bregenz, 171 Personen). In einem nächsten Schritt sollen jene Heime an die Reihe kommen, in denen Verdachtsfälle aufgetreten sind. Anschließend folgt die Überprüfung größerer Heim-Infrastrukturen, da in diesen ein höheres Gefährdungspotenzial besteht, ehe die Testungen in den kleineren Einrichtungen durchgeführt werden. Alle diese Einrichtungen werden zur einmaligen Testung bei der AGES in Wien eingemeldet. „Hier sprechen wir von insgesamt rund 6.000 Testungen, das übersteigt die Kapazitäten im Lande“, erklärte Rüscher. Laut Bundesministerium gibt es bei der AGES freie Kapazitäten, eine definitive Zusage stehe aber noch aus.

Sowohl Rüscher als auch die für Pflege zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) begrüßten die flächendeckenden Testungen. „Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt, dass Pflegeheime besonders schützenswert sind. Die Testungen geben den Betroffenen, dem Personal und den Angehörigen Sicherheit“, sagte Wiesflecker.

Massiver Rückgang der „aktiven“ Kranken um 13,4 Prozent

Der Rückgang der „aktiven“ an dem Coronavirus erkrankten Österreicher hat sich am Donnerstag weiter fortgesetzt und zwar massiv. Die Zahl der bestätigten Infektionen abzüglich Genesener und Toter ging auf 5.063 zurück. Das bedeutet ein Minus von 781 Fällen bzw. 13,4 Prozent (Stand 9.30 Uhr).

Bisher wurden 14.459 Österreicher positiv auf das Coronavirus getestet. Mehrere hundert Menschen, nämlich 888, sind in den vergangenen 24 Stunden wieder genesen, das bedeutet ein Plus von elf Prozent. Somit haben sich insgesamt laut Innenministerium 8.986 nach einer SARS-CoV-2-Infektion wieder erholt. Immer weniger Menschen, nämlich 967 befanden sich aufgrund einer Coronavirus-Erkrankung in krankenhäuslicher Behandlung, davon lagen 238 auf Intensivstationen.

Einen Anstieg gab es allerdings bei den Zahlen der mit oder an einer SARS-CoV-2-Infektion Verstorbenen. Im 24-Stunden-Vergleich sind laut Gesundheitsministerium 17 Todesfälle zu beklagen, eine Zunahme von 393 auf 410 Fälle. Die meisten Opfer gibt es in der Steiermark insgesamt mit 93, gefolgt von Wien (82), Tirol (80) und Niederösterreich (73). In Oberösterreich waren es 34 Tote, in Salzburg 27, in Kärnten acht, in Vorarlberg sieben und im Burgenland sechs.

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