Covid 19

Anschober: Status in EU aufrechterhalten

Das Ziel der Europäischen Union in Hinblick auf den Ausbruch des Corona-Virus ist derzeit, die Situation in Europa aufrechtzuerhalten. Im Vergleich zu China gebe es „sehr, sehr wenig“ Erkrankungsfälle, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag in Brüssel vor einem Sonder-Ministerrat.

red/Agenturen

Bei diesem geht es laut Anschober in erster Linie um den Informationsaustausch und darum, dass die EU-Länder voneinander lernen. „In Europa sind wir so stark wie die schwächste Maßnahme eines Mitgliedsstaates“, betonte er. Reisebeschränkungen in Europa erachtet der Minister für „derzeit nicht angebracht“. In einer Situation, in der „Ernsthaftigkeit, Vorsicht und Aufmerksamkeit“ notwendig seien, dürfe keine Panik erzeugt werden. Diese wäre ein „schlechter Ratgeber“.

Die Krise in China bezeichnete er jedoch als „gravierend“. Die Zahlen gehen weiter nach oben, es gebe keine Entwarnung. 99 Prozent der Erkrankungsfälle seien in China, 95 Prozent in der Großregion rund um die Millionenstadt Wuhan.

Für Anschober sind bei dem Gesundheitsrat noch zwei weitere Themen wichtig. Dazu zählt die Diskriminierung chinesischer Staatsbürger infolge des Virusausbruchs. „Das kann nicht akzeptiert werden“, sagte der Gesundheitsminister dazu. „Das ist zutiefst unangebracht und uneuropäisch.“

Zweitens unterstrich er die Dringlichkeit, die in punkto Arzneimittelknappheit aktiv zu werden. „Wir brauchen so etwas wie eine europäische Strategie für eine eigenständige europäische Medikamentenproduktion“, so Anschober. Diese müsse wieder gestärkt werden, um Verknappungen für die Zukunft zu „hundert Prozent“ ausschließen zu können.

Beim EU-Gesundheitsrat über die EU-Marine-Mission „Sophia“ zu sprechen, hält Anschober für „den falschen Zeitpunkt und den falschen Ort“. Er sei mit dem Außenminister (Alexander Schallenberg, Anm.) in dieser Frage „sehr gut abgestimmt“ und „zuversichtlich, dass Österreich und die Europäische Union gemeinsam eine gute Lösung finden werden“. Mit Schallenberg habe er gestern intensiv darüber gesprochen, in ein paar Tagen werde man mehr sehen, sagte Anschober. Kommende Woche findet in Brüssel ein EU-Außenrat statt.