Coronavirus

Antikörpertests via Stichprobe sollen Dunkelziffer klären

Am Freitag will die Regierung die erste Stichproben-Erhebung vorstellen, die Rückschlüsse auf die Dunkelziffer der Corona-Erkrankungen in Österreich erlauben soll. Für weitere Zufallsstichproben kann sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorstellen, auch Antikörpertests durchführen zu lassen. Diese könnten dann zeigen, wie viele Menschen bereits eine Immunität entwickelt haben.

red/Agenturen

Für die aktuelle 2.000er-Stichprobe wurden noch PCR-Tests durchgeführt, die auf das Erbgut des Virus anschlagen. Antikörpertests prüfen dagegen, ob das Immunsystem bereits Abwehrkräfte gegen das Virus entwickelt hat. Hier gebe es zwar noch Verlässlichkeitsprobleme, aber: „Ich gehe davon aus, dass wir in einer wirklich kurzen Phase dann auch Antikörpertests bei einer Wiederholung von Random-Untersuchungen einsetzen können.“ Stichprobenweise soll es laut Anschober auch Obduktionen nach Todesfällen geben. Details gibt es hier aber noch nicht.

Grundsätzlich sieht Anschober in den anhaltend niedrigen offiziell bestätigten Infektionszahlen einen „erfreulichen Trend“: „Die Zahl der aktiv Erkrankten nimmt schrittweise ab.“ Allerdings sieht Anschober angesichts asiatischer Beispiele wie Singapur auch das Risiko einer zweiten Infektionswelle nach der Lockerung der Maßnahmen nach Ostern. „Daher versuchen wir, sehr kontrolliert vorzugehen“, betonte Anschober mit Verweis auf die angekündigten „Schutzmaßnahmen“ wie das Tragen von Mund-Nasen-Masken in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Freilich liegen die für die Lockerung des wegen der Pandemie verordneten „Shutdown“ nötigen Verordnungen noch nicht offiziell vor, weshalb viele Details über das weitere Vorgehen ab Dienstag noch unklar sind. Hier kündigte Anschober eine Klärung spätestens am Freitag an: „Alle Erlässe und Verordnungen sollen spätestens heute oder morgen in der Früh am Tisch liegen und publiziert sein.“