Spitäler

Aus FPÖ- „Dringlicher" wurde große Spitalsdebatte

Spitalsfragen werden mit Näherrücken der steirischen Landtagswahl 2020 heftig debattierte Landtagsthemen: So stellte die FPÖ an Spitalslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Dienstag im Landtag im Rahmen einer dringlichen Anfrage etliche Fragen zur chirurgischen Versorgung am obersteirischen LKH Leoben.

red/Agenturen

Mit zunehmender Debatte verlagert sich die Thematik aber von Leoben zum neu zu errichtenden Leitspital Liezen. So übte FPÖ-Abgeordneter Marco Triller Kritik an der „bevorstehenden Absiedelung" der Leobener Thorax- und Unfall-Chirurgie nach Graz bzw. nach Bruck/Mur. Gesprochen wurde von einer völligen Ausdünnung der steirischen Spitalslandschaft, Beispiele Eisenerz, Hörgas oder die Zusammenlegung der drei obersteirischen Krankenhausstandorte in Rottenmann, Bad Aussee und Schladming zum Leitspital Liezen mit Standort Stainach. Triller ortete „Unverständnis" nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei der Ärzteschaft und stellte über 20 Fragen an Drexler.

Der Landesrat sprach von Leoben als einem „exzellenten Flaggschiff für die Obersteiermark" und trat u.a. der Aussage entgegen, dass aus Leoben eine Thorax-Abteilung verlegt würde. „Es kann nicht von einer Verlegung gesprochen werden, eine Abteilung war nie vorhanden, wurde nie errichtet und war auch nie vorgesehen", so Drexler. Im Oktober 2010 habe eine Fachärztin für Chirurgie mit Additivfach Thoraxchirurgie in Leoben ihre Tätigkeit aufgenommen, im Februar 2012 sei eine weitere entsprechende Fachärztin hinzugekommen. In der Folge war es daher in einer geringen Anzahl von Fällen möglich, entsprechende Eingriffe durchzuführen. Für eine entsprechende qualitative Versorgung seien aber hohe Fallzahlen erforderlich. Dies sei am Klinikum Graz der Fall, wo auch für die entsprechende Ausbildung gesorgt werden könne. Von 2013 bis 2017 habe es am LKH Leoben knapp über 190 Fälle gegeben. Hinsichtlich Unfallchirurgie sagte Drexler, hier wurden im Jahr 2018 rund 150 operative unfallchirurgische Fallpauschalen dokumentiert.

Es werde jede Menge in die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung investiert, sagte Drexler, und nannte geplante Kosten von 250 Millionen Euro für das Leitspital Liezen. In Leoben seien es rund 278 Millionen Euro, in Graz seien es rund 250 Millionen Euro für die Chirurgie am Klinikum Graz – „nur damit Sie einmal ein Gefühl für die Dimensionen bekommen", sagte Drexler in Richtung FPÖ.

Unterschiedliche Meinungen

FPÖ-LAbg. Albert Royer äußerte sich u.a. zum Leitspital Liezen, zu dem eine Volksbefragung im Bezirk stattfinden werde: „Bis zum 7. April werden wir einen fairen Wettkampf der besseren Argumente führen". Er brachte einen von der KPÖ unterstützen Antrag ein, wonach das Ergebnis von der Landesregierung zu respektieren und umzusetzen sei. Dies wurde von der rotschwarzen Landtagsmehrheit abgelehnt.

KPÖ-Abgeordneter Werner Murgg meinte u.a., strukturelle Veränderungen wie Drexler diese definiere heiße im wesentlichen Schließungen oder Verlagerungen. Gewisse spitzenmedizinische Eingriffe könnten natürlich zentral an einem Klinikum wie Graz durchgeführt werden. Aber man rede hier von der Aufrechterhaltung einer Grundstruktur. „Ich bin sehr optimistisch, dass die Volksbefragung für den Erhalt der drei Spitäler ausgeht", sagte Murgg und brachte einen Antrag der KPÖ und der FPÖ ein, wonach Thorax- und Unfallchirurgie in Leoben erhalten werden sollen. Dies fand keine Mehrheit.

Grünen-Abgeordneter Lambert Schönleitner sagte, stutzig mache ihn die bisher nicht beantwortete Finanzierungsfrage zum Leitspital Liezen. Die Drexler-Aussagen zu Leoben seien für ihn nachvollziehbar, aber zu Liezen gebe es kaum Antworten.

SPÖ-Klubobmann Johannes Schwarz sprach davon, dass die Finanzierung des Leitspitals Liezen gesichert sei, dies sei vereinbart zwischen dem Finanz- und dem Spitalsreferenten. Noch nicht gesichert sei, wie diese aussehe, dies sei Gegenstand von Verhandlungen, so Schwarz, was für Heiterkeit bei der Opposition sorgte. Zum zweiten, so der SPÖ-Klubchef, werde kein Gesundheitsstandort geschlossen.

Gesundheitslandesrat Drexler Christopher
Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, der den Standort Liezen befürwortet, kündigt mehr Informationen an.
Theresa Rothwangl