Coronavirus 

Ausnahme-Maßnahmen im Bereich der Gesundheit

Drei Wochen nach den ersten Corona-Infektionen in Österreich wird ab Montag das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren. Und es gibt erste Quarantänegebiete in Tirol.

red/Agenturen

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hat die Regierung in der Zweiten Republik einzigartige Maßnahmen gesetzt, um dem Virus möglichst wenig Möglichkeit zur Ausbreitung zu geben. Nach ersten vorbreitenden Schritten, Hygieneempfehlungen, Einrichtung der Corona-Hotline 1450 und Informationskampagnen verkündigte die Regierung am 10. März - beim Stand von fast 200 Infizierten - erste große Einschnitte: Verbot größerer Veranstaltungen und Einschränkung des Lehrbetriebs an den Unis sowie ein Einreisestopp für Italien.

Tags darauf wurden die Aussetzung des Schulunterrichts und die reduzierte Kindergartenbetreuung angekündigt. Freitagnachmittag - bei über 500 Infizierten und einen Tag nach dem ersten Todesfall in Österreich - folgten schließlich die Einkaufs- und Gastronomieeinschränkungen, Tiroler Quarantänemaßnahmen und weitere Reisewarnungen. Der größte Teil der neuen Maßnahmen tritt am Montag, 16. Februar, in Kraft. Die ersten positiven Testergebnisse in Österreich gab es am 25. Februar - mit dem mittlerweile als genesen gemeldeten Paar aus der Lombardei.

Ein Überblick über die Ausnahme-Maßnahmen im Gesundheitsbereich:

TELEFON-HOTLINES: Menschen, die wegen Symptomen wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit vermuten, an Corona erkrankt zu sein, sollen das Haus nicht verlassen - also nicht zum Arzt oder ins Spital gehen, sondern die Telefonnummer 1450 wählen. Für allgemeinen Fragen und Sorgen rund um das Virus wurde die Infoline 0800 555 621 eingerichtet.

QUARANTÄNEZONEN: Zwei besonders vom Coronavirus betroffene Gebiete in Tirol sind für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt: Das Paznauntal mit Tourismus-Hotspots wie Ischgl und Galtür sowie St. Anton am Arlberg sind isoliert. Gäste dürfen ausreisen, müssen sich aber ausweisen und dazu verpflichten, bis nach Hause durchzufahren. Die Herkunftsländer der Touristen werden informiert.

REDUKTION SOZIALER KONTAKTE: Alle Bürger sind gebeten, die sozialen Kontakte so weit möglich einzuschränken und Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen. Auf Händeschütteln, Umarmungen und Küsschen soll verzichtet werden.

KRANKENHÄUSER: Die Regierung hat Besuchsverbote für Spitäler und Pflegeeinrichtungen empfohlen. In vielen Spitälern sind Besuche nur mehr im Palliativbereich, auf Intensivstationen und bei Kindern - und dann beschränkt auf Einzelpersonen - gestattet. Überwacht wird dies z.B. ab nächster Woche in den Wiener KAV-Krankenhäusern mit Zutrittskontrollen samt Aufnahme der Personendaten. Spitalsambulanzen sollen nur bei absoluter Notwendigkeit aufgesucht werden.

KRANKENBETTEN: Das Gesundheitsweisen bereitet sich auf den erwarteten Anstieg von Corona-Erkrankten vor. Nicht unbedingt nötige Operationen werden verschoben, die Intensivbetten-Kapazität ausgebaut. In Wien wird die Messehalle in der Leopoldstadt für ein Groß-Lazarett vorbereitet. Ab nächster Woche stehen dort 880 Betten für Patienten mit einem leichten Verlauf bereit, die nicht zu Hause betreut werden können.

PFLEGEHEIME: Auch in den Pflegeheimen gilt weitgehend ein Besuchsverbot. Teilweise - etwa in Oberösterreich - wurde auch die Aufnahme in Alten- und Pflegeheim auf ein Minimum reduziert. Viele Seniorenheime, Behinderten-Wohneinrichtungen und mobile Dienste wurden auf einen Notbetrieb heruntergefahren. „Seniorenclubs“ bleiben zu, um diese Risikogruppe zu schützen. Um die 24-Stunden-Pflege sicherzustellen, verhandelt Österreich derzeit mit Tschechien und Slowakei (die die Grenzen geschlossen haben) über Ausnahmeregelungen.

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In Graz will man telefonisch vor allem Menschen mit niedrigem Sozialstatus oder Migrationshintergrund erreichen, die älter als 65 Jahre sind oder an einer jener Erkrankungen leiden, die für einen schweren Verlauf von Covid-19 verantwortlich sind.
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