| Aktualisiert:
Coronavirus

Britische Virusmutation: Verdachtsfälle in Wien und Tirol

Verdachtsfälle der britischen Coronavirus-Mutation sind in Wien und Tirol gemeldet worden. Konkret handelt es sich um 17 Fälle in der Tiroler Gemeinde Jochberg (Bezirk Kitzbühel) sowie um Erkrankte in einem Wiener Senioren- und Pflegewohnheim. Entgegen erster Berichte sind die Verdachtsfälle noch nicht bestätigt.

red/Agenturen

In Jochberg waren zuvor bei PCR-Tests Auffälligkeiten festgestellt worden. Laut dem Land handelte es sich bei den Betroffenen um Personen unterschiedlicher Herkunft - zum Großteil britische Staatsbürger. Sie halten sich zu beruflichen Zwecken in Tirol im Rahmen einer SkilehrerInnen-Aus- bzw. Weiterbildung auf. Die letzten Anreisenden sollen am 18. Dezember in Tirol angekommen sein. Außerdem wurde bei weiteren Personen aus den Bezirken Kufstein und Kitzbühel auffällige PCR-Profile festgestellt, hieß es.

Der Bund ordnete indes an, die Bevölkerung in Jochberg ab sofort umfassend auf das Coronavirus zu testen. Den Bürgern wurde dringend empfohlen, einen PCR-Test durchführen zu lassen.

Britische Mutation in Wiener Seniorenheim vermutet

Die britische Coronavirus-Mutation im Wiener Seniorenheim ist entgegen anderer Berichte noch nicht bestätigt. Laut einem Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ist die Prüfung durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) noch im Laufen: "Die Sequenzierung ist noch nicht abgeschlossen", sagte der Sprecher am Dienstagabend der APA. "Frühestens Anfang nächster Woche" wisse man Bescheid.

In einem Wiener Seniorenheim - es handelt sich nicht um einen städtischen Träger - ist es nach den Weihnachtsfeiertagen zu einer auffälligen Häufung an Coronavirus-Infektionen gekommen, wie ein Sprecher Trägers der APA am frühen Dienstagnachmittag berichtete. Von 101 Heimbewohnern und -bewohnerinnen seien 42 erkrankt.

Dies habe den Träger des Hauses alarmiert, es bestand der Verdacht auf eine Infektion mit einer Coronavirus-Mutation. In Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Land veranlasste der Träger deshalb eine Sequenzierung der Abstriche durch die AGES. Am Nachmittag hieß es zunächst in einer schriftlichen Stellungnahme des Trägers gegenüber der APA, dass mittels eines speziellen PCR-Verfahrens „die AGES nun eine mutierte Variante identifizieren“ konnte.

Der Sprecher des Gesundheitsstadtrats stellte nun klar: „Eine solche Sequenzierung dauert in der Regel sieben bis zehn Tage.“ Da die AGES die Proben erst am Sonntag bzw. am Montag bekommen habe, würde man „frühestens Anfang nächster Woche“ wissen, ob eine Mutation vorliege bzw. welche.

Die britische Virus-Mutation gilt als weitaus ansteckender als der bisher verbreitete Stamm. Anfang Jänner wurde die B.1.1.7.-Mutation erstmals in Österreich nachgewiesen. Verdachtslagen, dass die Mutation grassiert, gibt es auch in Salzburg und in Tirol.

Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit einer Mutation, kann ein besonders sensitiver PCR-Test durchgeführt werden. Hier kommen bestimmte Parameter zum tragen. Der Verdacht kann aber laut Rathaus noch nicht aussagen, ob bzw. welche Form der Mutation konkret vorliegt. Um das herauszufinden, werden diese Proben von der AGES sequenziert. Das dauert mehrere Tage. Dann kann genau festgestellt werden, welcher Virenstamm konkret vorliegt.

Aufgrund der hohen Zahl an erkrankten Personen in der Einrichtung ist die Stadt Wien laut eigenen Angaben nun tätig geworden. Sie hat sich zunächst das dortige Covid-Präventionskonzept zur Überprüfung schicken lassen. Dieses sei für gut befunden worden, so der Sprecher. Nun ist ein empidemologisches Interventionsteam - dieses besteht aus Amtsärzten und Mitarbeitern des Hygienezentrums (MA 15) - an Ort und Stelle, um die baulichen Gegebenheiten unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird kontrolliert, ob die Durchführung der Quarantäne gut möglich ist. Weiters wurde ein behördliches Besuchsverbot ausgesprochen.

„Je nach dem, was beim Lokalaugenschein heraus kommt, sind weitere Maßnahmen möglich“, so der Sprecher. Er versicherte auch, dass es sich dabei um das normale behördliche Prozedere bei Auftreten eines Clusters handle.