Raucher

Bundesärztekammer unterstützt Spahns Vorstoß zu Tabakwerbeverbot

Die Bundesärztekammer unterstützt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu einem Werbeverbot für Zigaretten. Mit einem Verbot der Werbung an Hauswänden oder Bushaltestellen würde Deutschland endlich zum Rest der EU aufschließen, wo solche Werbeplakate schon längst nicht mehr erlaubt seien, erklärte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery am Dienstag in Berlin.

red/Agenturen

Montgomery fordert zugleich weitreichendere Verbote: „In Anbetracht von 120.000 Tabaktoten jährlich reicht ein Ende der Plakatwerbung allein allerdings nicht aus." Nötig sei ein umfassendes Werbeverbot, das auch die E-Zigaretten miteinschließe. Die Bundesärztekammer und Deutsche Ärztetage fordern dies schon seit Jahren. Dies wäre „ein klares Signal der Politik, dass ihr die Gesundheit der Bevölkerung wichtiger ist als die Gewinne der Tabakkonzerne", erklärte Montgomery.

Spahn unterstützt Vorschläge, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Medienberichten zufolge führen Fachpolitiker der Union derzeit Gespräche, um einen Kompromiss für ein Werbeverbot zu finden. Offen ist, ob womöglich neuartige Verdampfer von dem Verbot ausgenommen werden.

In der abgelaufenen Legislaturperiode hatte sich das Kabinett auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der Tabakwerbung ab dem Jahr 2020 an Außenflächen verbieten sollte. Das Gesetz wurde nie beschlossen. Eine neue Festlegung auf ein Verbot ließ die Unionsfraktionsspitze aus einem Entwurf des Koalitionsvertrags für die aktuelle Legislaturperiode streichen.

Jens Spahn Gesundheitsminister Deutschland
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützt Vorschläge, die Tabakwerbung weiter einzuschränken.
BMG