Burgenland-Rechnungshof rät zu Analyse der Spitalsstrukturen

Die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) und der Konvent der Barmherzigen Brüder haben als Rechtsträger im Zeitraum 2013 bis 2017 für die fünf burgenländischen Spitäler insgesamt 1,325 Milliarden Euro aufgewendet.

red/Agenturen

Das geht aus dem aktuellen Bericht des Landes-Rechnungshofes (BLRH) hervor, in welchem dem Land empfohlen wird, die Spitäler-Versorgungsstruktur zu analysieren. Die Spitalsträger erhielten im Prüfzeitraum ihrerseits dafür zusammengerechnet rund 1,22 Milliarden Euro vom Burgenländischen Gesundheitsfonds (BURGEF). Weitere 105 Millionen schoss das Land direkt zu - für Investitionen, zur Abgangsdeckung sowie für Ärztegehälter. Trotz dieser Zahlungen hätten die Spitalsträger Ende 2017 Forderungen in Höhe von rund 65 Millionen Euro ausgewiesen.

Allein die Ausgaben des Landes für den BURGEF und die Krankenanstalten hätten in diesem Zeitraum insgesamt 432,5 Millionen Euro betragen, heißt es im Bericht. Aufgrund der Höhe der geflossenen Mittel wäre nach Ansicht des BLRH der gesetzlich und vertraglich geregelten Wirtschaftsaufsicht durch BURGEF und Land gegenüber den Trägern eine erhöhte Bedeutung zugekommen. Die tatsächliche Wahrnehmung der Wirtschaftsaufsicht sei jedoch im Prüfzeitraum „unzureichend“ gewesen, stellte der Landes-Rechnungshof fest. Positiv wird im Bericht erwähnt, dass der BURGEF ankündigte, seine Kontroll- und Steuerungsrechte aktiver wahrzunehmen.

Für die Jahre 2018 bis 2022 hat das Land Ausgaben für die Krankenhäuser in der Höhe von 482,44 Millionen Euro veranschlagt. Zudem sollen 40,44 Millionen aus Rücklagen ausbezahlt werden, davon 36,51Millionen für den Neubau des Krankenhauses Oberwart.

Überschüssige Betten für Akutgeriatrie verwendet

Der Landes-Rechnungshof hat auch das Angebot im Bereich der stationären Gesundheitsversorgung unter die Lupe genommen sowie geprüft, ob es angenommen wird. Dabei ergab sich bei den KRAGES-Spitälern (Kittsee, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing) eine durchschnittliche Auslastung je Krankenhaus zwischen 50,5 und 60,1 Prozent. Beim Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt lag die Auslastung mit im Schnitt rund 74,4 Prozent deutlich höher.

2017 standen im Burgenland pro 1.000 Einwohner rund vier Spitalsbetten zur Verfügung. Das Spitalspersonal stieg im Prüfzeitraum um 10,3 Prozent auf umgerechnet 2.598 Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse. Angesichts der erwarteten Bevölkerungsentwicklung wird hinsichtlich der Prognosen der Altersgruppe 65+ dazu geraten, das Bettenüberangebot in akutgeriatrische Betten umzuwandeln.

Dem Land empfiehlt der Rechnungshof, die Krankenanstaltenstruktur unter Einbeziehung zahlreicher Parameter „ergebnisoffen“ zu analysieren. Dabei solle auch die Primärversorgung als Alternative zur stationären Versorgung einbezogen werden. Der im September 2018 eingeleitete „Masterplan Burgenlands Spitäler“ stelle laut Landes-Rechnungshof eine Möglichkeit dar, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

KH
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