Burgenlands Grüne fordern Glyphosatverbot

Burgenlands Grüne treten für eine umfassende Agrarwende ein. Ein intaktes Ökosystem sei die Grundlage, um langfristig auf diesem Planeten zu überleben, sagte Landessprecherin Regina Petrik am Mittwoch in Eisenstadt. Die Grünen fordern unter anderem eine Änderung der Praxis bei den Agrarförderungen, ein Glyphosatverbot sowie eine Kennzeichnungspflicht bei Pestizideinsatz.

red/Agenturen

Den kleinen, bäuerlichen Landwirtschaften, die für intakte Ökosysteme sorgten, stehe „eine Agrarindustrie“ gegenüber, die diese kleinen, bäuerlichen Landwirtschaften vor Ort zerstöre. „Damit muss Schluss sein“, meinte Petrik. Es gehe nicht mehr nur darum, da und dort an kleinen Rädchen zu schrauben. Der Schutz von Klima, Boden und Artenvielfalt müssten im Mittelpunkt der Landwirtschaftspolitik stehen.

Bio-Wende als „Schritt in die richtige Richtung“

Mit der Bio-Wende habe man im Burgenland einen Schritt in die richtige Richtung gemacht: „Das ist noch keine Agrarwende, aber es ist ein Beitrag dazu“, sagte die Landessprecherin. Der von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) präsentierte Zwölf-Punkte-Plan zur Bio-Wende sei „ein Meilenstein. Aus grüner Sicht muss es jetzt aber noch viel weiter gehen.“

Es brauche zum Beispiel im Burgenland ein mutigeres Vorgehen gegen den Glyphosateinsatz, auch in Privatgärten und in der Landwirtschaft. Ein Verbot sei notwendig: „Glyphosat muss vom Acker. Nur dadurch kann man auch das Insekten- und Vogelsterben stoppen“, stellte Petrik fest. „Wir verlieren jährlich 25 Prozent an Insekten. Jetzt rechnen wir uns aus, wie viele in hundert Jahren dann noch da sind.“

Änderung der Förderpolitik notwendig

Notwendig sei weiters eine Änderung der Förderpolitik: „Förderungen sollten mittelfristig nur für ökologische und für Bio-Betriebe eingesetzt werden.“ Es brauche auch „Respekt vor dem Tierwohl, auch auf dem Transportweg“ sowie die Möglichkeit der stressfreien Schlachtung auf den Höfen selbst. Wichtig sei außerdem eine vernünftige Gestaltung der Veränderungsprozesse. Ohne ein „Change Management“ seien die besten Ideen nicht viel wert.

Die Grünen wollen im Landtag einen Antrag auf Änderung des Pflanzenschutzgesetzes einbringen. „Ich will nicht warten, bis so viele Menschen durch den intensiven Kontakt mit Pestiziden an Krebs erkrankt sind, dass sie gegen die Erzeuger vor Gericht gehen. Ich finde, die Politik muss den Mut haben, jetzt zu handeln“, sagte Petrik.

glyphosat
Glyphosat-Gegner stützen sich vor allem auf die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation WHO.
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